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Harald Koisser macht Mut

06.02.2013

Vor dem Tode dürfe sich niemand glücklich preisen, schmettert  der Lyderkönig Kroisos seinem Besucher Solon entgegen. Gibt es das Glück auf Erden? Wenn ja, was meinen wir damit?

Die Menschen suchen das Glück. Die amerikanische Verfassung verbrieft dieses Streben sogar. Aber was ist damit gemeint? Man kann zumindest drei Arten von Glück unterscheiden:

Zuerst einmal kann man „Glück haben". Wenn man auf der Straße geht und der Blumentopf, der vom achten Stock herunterfällt, jemand anderen trifft, hat der andere Pech gehabt, man selbst Glück. Diese Art von Glückhaben beruht auf Zufall. Man kann nichts dafür tun. Außer einen Lottoschein ausfüllen, Daumen drücken und auf Holz klopfen. Dieses Hoffen auf ein Wunder ist die gängigste Auffassung von Glück.

Man kann aber auch immer wieder einmal „glücklich sein". Dies bezeichnet eine Momentaufnahme im Leben, wenn man sich einfach großartig fühlt und eins mit der Welt ist. Wenn man mit Freunden lacht, mit seinem Kind spielt, sich verliebt anblickt. Es braucht dazu keinen Zufall wie beim Glückhaben. Man trägt selbst etwas aktiv dazu bei. Jeder kennt solche glücklichen Momente. Man kann eine Ansammlung solcher Momente im Leben durchaus als „Glück" betrachten.

 

Und schließlich gibt es das „glückliche Leben". Schon die Verbindung mit dem Wort „Leben" zeigt an, dass es hier um einen größeren Betrachtungszeitraum geht. Es hat nichts mit glücklichen Zufällen oder glücklichen Momenten zu tun, sondern damit, ob man allgemein seinen Alltag mit einem hohen Grad an Zufriedenheit zubringt. Dem glücklichen Menschen ist es gegeben, jeden Tag in Freude zu verbringen, egal ob dieser nun Glücksmomente bereithält oder nicht. Der Mensch selbst geht schon so in den Tag hinein, als wäre dieser ein glücklicher. Das hat nichts mit „positiv denken" zu tun. Es ist eine Grund-
haltung.

Jetzt ist es an Ihnen, glückliche Leserinnen und Leser, zu entscheiden, ob Sie im Leben immer nur Pech haben oder doch auch Glück und womit das zu tun hat. Ist Glück bloß ein statistisches Wunder oder Resultat von Haltung und Verhalten?

Vielleicht sollte man das Wort „Glück" aber auch nicht überstrapazieren. Für Hermann Hesse war es ein „festliches" Wort, welches man selten und wenn, dann mit „Bedacht und Schonung" in den Mund nehmen sollte: „ein Wort voll Urzauber und Sinnlichkeit". Das größte Glück besteht wohl darin, es nicht zu suchen.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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