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chim Stranz von AXA Investment Managers Deutschland sieht gute Invest-Chancen

Goldene Zeiten für Anleger?

24.04.2015

Öl ist so billig wie schon lange nicht mehr und die EZB flutet den  Kontinent mit Liquidität. Die beste Gelegenheit für einen Aktienkauf? Achim Stranz von AXA Investment Managers Deutschland gab uns Antwort.

Beflügeln der billige Ölpreis und die EZB-Anleihenkäufe die Aktienkurse?

Zumindest helfen beide Faktoren sehr. Zwar dürfte der niedrige Ölpreis zunächst zu geringeren Investitionen führen, da er Energieunternehmen sofort belastet, anderen Unternehmen aber erst nach und nach zugutekommt. Aber die Konsumbelebung durch das billige Öl und mehr Beschäftigung wird die Konjunktur mittelfristig stützen. Dazu kommt, dass die Geldpolitik in den meisten Industrie- und Schwellenländern sehr expansiv bleiben wird. Mit einer ersten Zinserhöhung der Fed rechnen wir erst Ende 2015.

 

Zieht die Wirtschaft im Euroraum jetzt endlich an?

Die Wirtschaft des Euroraums hat im Schlussquartal 2014 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent zum Vorquartal ihren leichten Aufwärtstrend vorgesetzt. Das Geschäftsklima verbessert sich aufgrund des billigeren Öls und der Euro-Abwertung, und die negative Inflation sowie die steigende Beschäftigung beleben den Konsum. Bei der Kreditnachfrage gibt es positive Signale, die für das Wachstum 2015 ebenfalls Gutes verheißen. Wir bleiben vorerst bei unserer Wachstumsprognose von 1,3 Prozent, halten diese Schätzung allerdings für vorsichtig.

 

Was bedeutet das alles für Aktien, Unternehmensanleihen und Staatsanleihen?

Weil die Liquidität eine starke Stütze bleibt, bevorzugen wir weiter risikoreiche Anlagen wie Aktien, Euro-Unternehmensanleihen und High Yield Bonds.  Darüber hinaus empfehlen wir, inflationsindexierte US-Anleihen aufzustocken. Am Aktienmarkt sind wir insbesondere für Europa, aber auch für Asien optimistisch. So können wir beispielsweise auf Basis der Gewinnschätzungen für die nächsten zwölf Monate sagen, dass japanische Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 günstiger bewertet sind als andere internationale Märkte.

 

Bleibt Öl billig?

Der Ölpreis wird sich voraussichtlich noch eine Weile innerhalb einer Handelsspanne von 50 bis 60 US-Dollar je Barrel Brent-Öl bewegen. Seine bisherige Erholung halten wir für normal, da Leerverkaufspositionen glattgestellt wurden, nachdem sie zum Februar hin einen Höchststand erreicht hatten. Aber die Lagerbestände in den USA sind höher als saisonal üblich und werden weiter auf die Preise drücken. Zudem haben die wichtigsten Ölförderer, wie Saudi-Arabien, deutlich gemacht, dass sie Verluste von Marktanteilen infolge höherer Preise nicht hinnehmen werden.

 

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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