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Geschäftsreise-Trends international: Öfter und billiger unterwegs

31.05.2006

Wer aus beruflichen Gründen unterwegs ist, will mehr sparen. Österreichs Geschäftsreisende gehen aber davon aus, dass sie künftig öfter unterwegs sein werden als heute. Sie nutzen aber noch nicht alle Instrumente, um Einsparungspotenziale zu heben. Von Maike Seidenberger
m.seidenberger@wirtschaftsverlag.at

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"48 Prozent der österreichischen Reisestellenleiter erwarten einen Anstieg des Reiseaufkommens, aber 40 Prozent Kosteneinsparungen", summiert Hanno Kirsch, Geschäftsführer von AirPlus Österreich, die hohen Erwartungen in Rationalisierung in der Abwicklung. Eine Umfrage unter tausend Managern (von Unternehmen mit einem jährlichen Geschäftsreisevolumen von mehr als einer halben Million Euro) in neun westeuropäischen Ländern und den USA brachte ein durchwachsenes Ergebnis: In Österreich sind Firmenraten so verbreitet wie kaum anderswo - mehr als 80 von hundert Befragten haben mit Hotels individuelle Preisvereinbarungen, fast zwei Drittel mit Fluglinien. Das bringt Einsparungen von 18 beziehungsweise 13 Prozent.
Mehr als Preisverhandlungen mit den Leistungsträgern fällt vielen Reiseverantwortlichen aber scheinbar nicht ein: Ein gutes Drittel der Firmen verfügt über keine festgelegten Reiserichtlinien (in Deutschland hingegen haben 90 Prozent welche), die Rechnungen bekommt man aber mehrheitlich noch auf Papier statt elektronisch übermittelt und computergestützte Auswertungen der Reisedaten benutzt bei Unternehmen mit hohem Geschäftsreiseaufkommen gerade die Hälfte - "viele werten handgestrickt aus", relativiert Kirsch.
Auch die Genehmigung und Abrechnung der Geschäftsreisen funktionieren in der Regel noch ziemlich vorsintflutlich - auf Papier und nur teilweise elektronisch. Das "teilweise" kostet Geld, meint Kirsch: "Ein Viertel der Abrechnungskosten geht für interne Prozesse drauf - man kann bis zu ein Drittel davon einsparen, wenn man Medienbrüche vermeidet." Und Christine Hafner, Reisestellenleiterin von ABB Österreich und nebenbei Präsidentin des Geschäftsreiseverbandes abta, rechnet vor, wie viel liegen bleibt: "Eine einfache Buchung eines Fluges Wen - Frankfurt/Main und zurück kostet mehr als hundert Euro reine Prozesskosten."
Gebucht wird im übrigen vorzugsweise über Reisebüros - 81 Prozent der Unternehmen nutzen sie, 47 Prozent buchen auch direkt beim Leistungsträger, Online-Buchungen oder Selbstbuchungsinstrumente sind mit 21 beziehungsweise 18 Prozent deutlich unbeliebter. Die Chefsekretärin (hier ist bei mehr als der Hälfte der Unternehmen die Reisestelle angesiedelt) hat gern ein Auge auf die Wege der Mitarbeiter. Dort sehen die Österreicher sie auch gut aufgehoben: Eine Tendenz zu Selbstbuchungen oder zu mehr Outsourcing von Reiseleistungen können gut zwei Drittel der heimischen Reisemanager nicht erkennen.
(6/06)

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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