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Faire Jobs für Menschen mit Behinderung

09.11.2012

Im Rahmen der Personal Austria lud „myAbility.jobs“ gemeinsam mit „CEOs on Wheels“ zur Podiumsdiskussion „Disability als effektives Profit-Recruiting-Tool“. Das Fazit der Experten: Unternehmen können Menschen mit Behinderung nicht länger links liegen lassen.

So viel steht fest: Aufgrund der demografischen Trends und der Überalterung der Bevölkerung gewinnen Randgruppen, die am Arbeitsmarkt bisher wenig beachtet wurden, immer mehr an Wichtigkeit. Bis 2050 wird die Altersgruppe der über 64-jährigen extrem steigen, während der Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung sinkt. „95 Prozent der Unternehmen vergeben wertvolle Chancen, weil sie bei Recruiting und CSR-Maßnahmen Menschen mit Behinderung und ältere Arbeitnehmer zu wenig berücksichtigen“, berichtete Gregor Demblin, Co-Gründer der Jobplattform myAbility.jobs. Nur durch die Ausschöpfung der Potenziale und Fähigkeiten von Menschen mit Einschränkung, älteren Arbeitnehmern oder Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, können auch in Zukunft Stellen besetzt werden.

„Profit-Recruiting“ ist das Schlagwort der Zukunft, eine Methode, die ermöglicht Mitarbeiter mit besonderen Fähigkeiten zu rekrutieren, dabei Kosten durch Förderungen einzusparen und gleichzeitig neue Kundensegmente – Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen – zu entwickeln. Laut Michael Sicher, Initiator von CEOs on Wheels, sollte aber nicht der finanzielle Anreiz, sondern der Mensch im Mittelpunkt stehen: „Gerade Entscheidungsträger sollten sich in persönlichen Begegnungen mit Menschen mit Behinderung ein Bild von deren Leistungsfähigkeit und dem Potenzial für ihr Unternehmen machen.“

Trend am Arbeitsmarkt zu spüren

myAbility.jobs ist eine Online-Jobinitiative, bei der sich Menschen mit Behinderung chancengleich bewerben können. Seit dem Start der Online-Jobplattform im Jahr 2009 wurden knapp 4.000 Jobs für Menschen mit einer Einschränkung online gepostet. Damit wird für diese Gruppe eine Chancengleichheit am Arbeitsmarkt hergestellt, die es in dieser Form noch nicht gab. Im Wesentlichen zielt das Angebot darauf ab, Unternehmen bei der geplanten Beschäftigung von Menschen mit Behinderun zu unterstützen. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist der Vertriebsdienstleister redmail. „In der Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen haben wir eine Möglichkeit gefunden, soziale Verantwortung im für uns passenden Maß konkret zu leben“, erklärte redmail-Prokurist Michael Metzl. Auch im Alltag der Wiener Sozialdienste wird soziale Inklusion gelebt, wie Personalrecruiterin Ingrid Schmiedt erzählte. Ihres Erachtens nach wollen die Bewerber mit Behinderung nicht wegen einer sozialen Unterstützung eingestellt werden, sondern weil ihre Kompetenzen und Fähigkeiten benötigt und geschätzt werden.

www.myability.jobs

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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