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Ein paar klare Worte zum Thema: Finanzen

05.04.2021

Wer mehr aus seinem Geld machen will, braucht ein gewisses Know-how. Wie es um das Finanzwissen der Österreicher steht und worauf Anleger 2021 besonders achten müssen, erklärt Claudia Figl, stv. Vorstandsvorsitzende des Österreichischen Verbands Financial Planners sowie Partnerin bei der Bank Gutmann.

Wenn man einschlägigen Studien Glauben schenkt, hat sich das Finanzwissen in Österreich in den letzten Jahren verbessert. Dies ist unter anderem diversen Initiativen und Online- Schulungsangeboten geschuldet, die die „Financial Literacy“ von Frau und Herrn Österreicher stärken. Dennoch mangelt es nach wie vor einem Großteil der Bevölkerung über alle Bildungsschichten hinweg an grundlegendem Wirtschafts- und Finanzwissen, welches für eine finanzielle Lebensplanung erforderlich ist. Das spiegelt sich auch in den bevorzugten Anlagen der Österreicher wider. Im internationalen Vergleich ist Österreich mit einer Aktien-Investitionsquote von durchschnittlich 5 % der Bevölkerung weit abgeschlagen.

Wie gut Unternehmer informiert sind

Die Finanzkompetenz von Unternehmern ist sicherlich stärker ausgeprägt. Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, sind Kenntnisse über Budgetplanung, Cash-Flow-Rechnung, Finanzierung etc. erforderlich. Es ist allerdings zu beobachten, dass Unternehmer vor allem in ihr eigenes Unternehmen investieren und Anlagen am Kapitalmarkt gelegentlich gänzlich außer Acht lassen. Sollten sie dennoch in Anlagen außerhalb des Unternehmens investieren, werden risikoärmere Investmentformen, wie Anleihen und Immobilien, bevorzugt. Die Aktienquote liegt auch bei Portfolios von Unternehmern unter dem europäischen Durchschnitt.

Worin der größte Irrglaube rund um Geldanlage liegt

Der Glaube, „Market Timing“ zu beherrschen, ist zu Unrecht sehr weit verbreitet. Es geht nicht darum, einen Titel möglichst günstig zu kaufen und wieder teuer zu verkaufen, sondern darum, langfristig in die richtigen Titel investiert zu sein.

Worauf Anleger 2021 besonders achten müssen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind noch nicht absehbar. Während in einigen Regionen der Welt wie Asien der Wirtschaftsmotor wieder angesprungen ist, hinken andere noch hinterher. Allerdings liegt die Herausforderung nicht unbedingt in der Volatilität der internationalen Aktienmärkte, sondern vielmehr in der wieder aufflammenden Inflation und dem nach wie vor hohen Liquiditätsstand in Unternehmen und bei privaten Anlegern. Die Notenbanken haben im Jahr 2020 für eine beispiellose Liquiditätsausweitung gesorgt, deren Wirkung erst zeitverzögert spürbar wird.

Welche Assetklassen an Bedeutung gewinnen, welche verlieren

Aufgrund des anhaltenden Niedrig- oder sogar Negativ-Zinsumfelds setzt sich der Trend der letzten Jahre fort und Anleihen werden zugunsten Aktieninvestments reduziert. Die Nachfrage nach Direkt-Immobilieninvestments ist ungebrochen hoch. Ein Investmentthema, welches nicht nur vom Regulator in den Mittelpunkt des Interesses gerückt wird, sind alle Formen des nachhaltigen Investierens. Vor allem die nächste Generation von Anlegern ist zunehmend daran interessiert, mit dem Investment nicht nur Rendite zu erzielen, sondern auch einen Impact zu hinterlassen und sowohl ethisch wie auch ökologisch sinnvoll zu investieren.

Was in Gang käme, wenn mehr Menschen in Unternehmen über Aktien investieren würden

Ein stärkeres Investment in Unternehmen über Aktien würde sich grundsätzlich positiv auf Innovation, Wachstum und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze auswirken. Vor allem dem individuellen Investor würde eine Anlage in erstklassige Unternehmen langfristig zu mehr Vermögen und damit erhöhter Kaufkraft verhelfen, die wiederum dem Wirtschaftskreislauf zugutekommt.

Autor/in:
Mag. Stephan Strzyzowski
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