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Digitalisieren, was geht

20.06.2016

Mit geringem Aufwand kann man jetzt Produkte smarter machen, seine Prozessketten revolutionieren und Innovationen vorantreiben. Wie das geht, erklärt Alexander Lautz, Leiter M2M bei Deutsche Telekom, im Interview.

Internet der Dinge (IoT) und Machine to Machine (M2M): Dies Zukunftsmusik hinter diesen Begriffen ist gerade dabei, voll in der Wirtschaft anzukommen. Welche Entwicklungen beschleunigen das Thema gerade so?

Es muss klar sein, dass es sich um Fachbegriffe der IT- und Telekombranche handelt. Mit ihnen  können dementsprechend viele Unternehmen noch nicht so viel anfangen. Entscheidend für den Durchbruch ist jetzt die Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf Kundenseite. Durch die Technologien, die jetzt im Umfeld M2M und IoT zur Verfügung stehen, lassen sich Digitalisierungen machen, die es vorher nicht gab. Die Vernetzungselemente werden kleiner und modularer, die Netze sind verfügbarer, die Preise sind massentauglich. Das ist spannend für alle, die sich darüber Gedanken machen müssen, wie sie ihre Prozesskette verbessern können.

Mit vergleichsweise wenig Aufwand können Unternehmer nun also ihre Produkte richtig intelligent machen. Denken Sie, dass die Unternehmer das Potenzial bereits erahnen?

Ich sehe, dass das Thema bei der Geschäftsinhaberseite angekommen ist und auch auf der Beiratsebene, weil sich jetzt langfristige Fragen stellen, die von den Gesellschaftern beachtet werden müssen. Wir sind jetzt in der Phase der Awareness. Jetzt holen sich viele Beratung, über Fachzeitschriften, Beiräte und Partner. Man macht sich einmal schlau. In einer zweiten Phase setzen viele einen Verantwortlichen im Unternehmen ein, der Chancen und Bedrohungen konkret fassen soll. In der dritten Phase macht man einen Proof of Concept. Dann kommt die Feinplanung und die Einführung - wenn alles klappt.

Wie lange wird es denn dauern, bis alle Alltagsgegenstände vernetzt sind?

Vernetzt werden ja nur die neuen Geräte. Es wird also noch lange viele Produkte geben, die nicht vernetzt sind. Die Marktanteile werden aber immer mehr steigen. In der Autobranche hat die Vernetzung bei BMW vor 14 Jahren begonnen und heute ist es so, dass in jedem Auto, das ausgeliefert wird und das über 20.000 Euro kostet, eine Vernetzung drin ist. Es wächst also.

Die Wirtschaft schwächelt nach wie vor. Sehen Sie die Chance, dass IoT und M2M sie ein wenig in Gang bringt?

In den Themen steckt eine riesen Chance. Nicht, weil dadurch Produkte teurer werden und Dienstleister reich werden, sondern weil man revolutionäre Prozessketten machen kann. Denken wir an Außendienst-Steuerung. Es ist oft schwierig, technisch qualifizierten Außendienst zu finden. Wenn man den Bereich aber durch technische Möglichkeiten attraktiver macht und neue Möglichkeiten schafft, verändert sich auch das Berufsbild. Es werden also neue Berufsbilder und Effizienzen entstehen, die sich in höherem Wachstum auswirken. Es können daraus bestimmt auch neue Marktteilnehmer entstehen.  

Wer kann denn eher profitieren: Etablierte Unternehmen oder Startups?

Ich glaube, dass die Startups die Ideen bringen und auch den Markt ein wenig aufwirbeln. Die Realisierungen über Startups werden aber eher gering sein. Das hat damit zu tun, dass sich Mittelständer schwer tun, langfristige Verträge mit Unternehmen abzuschließen, die es erst seit zwei Jahren gibt. Optimal ist es, wenn sich etablierte Unternehmen Startups unter die Fittiche nehmen, dann gibt es die starke etablierte Basis gemeinsam mit der Innovationskraft des Startups.

Welche Bedeutung hat das Thema insgesamt für die Telekombranche? 

IT-Services und Telekommunikationsservices wachsen dadurch stärker zusammen. Im Idealfall werden die Kunden ein Bündel kaufen und nicht Einzelbestandteile. Man will zum Beispiel wissen, wie viele Umdrehungen eine Maschine macht und wie die Temperatur ist. Und da will man keinen Extravertrag über Megabites, Sicherheit und Sim-Karte machen. Insofern bietet das Thema eine Chance für die Telko-Branche. Es hat aber auch viel mit IT-Verkauf zu tun. Ein Telko-Unternehmen, das keinen IT-Fachvertrieb hat, wird mit einem Partner zusammenarbeiten müssen, mit einem Beratungshaus. Weil die die Prozesse kennen, die der Kunde ändern will.  

https://business.t-mobile.at/m2m/

 

 

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