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Digitaler Wandel: Chance oder Risiko?

29.03.2018

Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und die Digitalisierung ganzer Branchen geben der Diskussion über die Verantwortung von Unternehmen ganz neue Impulse. Daten sind der neue Treibstoff der Wirtschaft, und wer sie besitzt, bestimmt den Lauf der Dinge.

Prof. Dr. René Schmidpeter ist Experte für nachhaltiges Management und CSR. Er leitet das Center for Advanced Sustainable Management an der Cologne Business School, das auch zum Schwerpunkt nachhaltiges Management in Asien arbeitet. Er veröffentlichte Publikationen zu CSR und ist unter anderem Gastprofessor an der Nanjing University of Finance and Economics (NUFE).

Unternehmen entwickeln ganz neue Geschäftsmodelle und Managementansätze um digitale Transformation aktiv mitzugestalten. Erstmalig in der Menschheitsgeschichte werden Unternehmen und wir alle Instrumente besitzen, um auf das gesammelte Wissen der Welt direkt und unverzüglich zuzugreifen.

AUF KNOPFDRUCK werden Algorithmen und Big Data die Auswirkungen unternehmerischen Handelns unmittelbar sichtbar machen. In dieser Entwicklung liegt eine große Chance für die Implementation von nachhaltigem Management. Denn die Digitalisierung erhöht die Transparenz und hilft so, das alte Gegensatzdenken zwischen Profit und gesellschaftlichem Mehrwert zu überwinden. Gewinne auf Kosten Dritter sowie Geschäftsmodelle, die auf Ausbeutung anderer basieren, werden sofort sichtbar. Kunden, Mitarbeiter und Investoren können unmittelbar darauf reagieren und Unternehmen ihre Zustimmung „license to operate“ direkt entziehen.

Gleichzeitig liegt in einer möglichen Monopolisierung der Daten sowie in deren Missbrauch eine ganz neue Gefahr, wie die jüngsten Entwicklungen der weltgrößten Social Media-Plattform zeigen. Gelingt es nicht, klare und für alle verbindliche Spielregeln für die Nutzung und Verwendung von persönlichen Daten zu entwickeln, reduziert sich der individuelle Spielraum, auf die gegenwärtigen Entwicklungen eigenverantwortlich zu reagieren. Menschen werden dann zum Spielball von kriminellen Machenschaften bzw. undemokratischen Regimen.

Auch erschweren die im Management oft vorherrschende eindimensionale Prozessoptimierung, starre Anreizsysteme und fehlendes Mitarbeiter-Empowerment den konstruktiven Umgang mit der digitalen Transformation. Denn nur wenn die Eigenverantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters konsequent in alle Strukturen, Prozesse und damit in die gesamte Unternehmensstrategie integriert wird, können die Chancen der Digitalisierung zum Vorteil aller Stakeholder genutzt werden. Nur so können die potenziellen Kollateralschäden, die durch Missbrauch bzw. negative Geschäftsmodelle entstehen, vermieden werden.

BIG DATA stellt uns alle und insbesondere das Management vor ganz neue ethische Herausforderungen: Eine moderne CSR-Diskussion muss sich dieser neuen Situation stellen und den mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen mit ebenso intelligenten Ansätzen begegnen. Der gesellschaftliche Druck wird weiter zunehmen, dass Unternehmen eine aktive Rolle für die nachhaltige Gestaltung der digitalen Transformation einnehmen. Umso wichtiger ist es, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengedacht – und nicht wie so oft – getrennt voneinander diskutiert werden!

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