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Auf welche Alarmsignale KMU bei wichtigen Kennzahlen achten sollten, hat Claudia Strohmaier zusammengefasst.

Diese sechs Kennzahlen sollten KMUs im Auge behalten

11.06.2018

Die Macht der Unternehmenskennzahlen ist auch bei kleinen und mittleren Unternehmen nicht zu unterschätzen. Die Unternehmensberater der Wiener Fachgruppe UBIT empfehlen den KMU daher ihre Kennzahlen immer im Auge zu behalten. Claudia M Strohmaier, Berufsgruppensprecherin Unternehmensberatung in der UBIT Wien, hat zusammengefasst, auf welche Alarmsignale KMU bei sechs der wichtigsten Kennzahlen achten sollten und welche einfachen Maßnahmen bereits spürbare Verbesserungen bringen können.

  1. Cashflow

Der Cashflow ist ein guter Indikator für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Er gibt an, inwieweit sich ein Unternehmen selbst finanzieren kann. Diese Kennzahl bildet den Strom der gesamten finanziellen Mittel ab und errechnet sich aus der Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen. „Um einen Rückgang des Cashflows zu vermeiden, könnten als erste Maßnahmen kürzere Zahlungsziele mit den Kunden vereinbart werden. In Produktionsbetrieben sollte zudem eine Überproduktion vermieden werden, weil das Kapital bindet“, rät Unternehmensberaterin Claudia M Strohmaier.

  1. Eigenkapitalquote

Ab welchem Wert bei den kreditgebenden Banken die Alarmglocken schrillen, hängt unter anderem davon ab, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist. Eine Eigenkapitalquote von weniger als 8 % gilt als absolutes Alarmsignal. Wer bisher immer pünktlich seine Kreditraten bezahlt hat, hat zumindest einen Pluspunkt bei den Geldhäusern. „Hat ein Unternehmer bei der kreditgebenden Bank auch sein privates Konto und ist dort ausreichend Deckung vorhanden, so verbessert das zwar nicht die Eigenkapitalquote des Unternehmens, aber sofern der Unternehmer mit seinem Privatvermögen haftet, dürfte der Bankbetreuer die Nerven behalten“, weiß Strohmaier. Zugleich rät sie unbedingt von einer unrealistischen Bewertung der Firmenwerte ab, da dies keine zulässige Maßnahme sei, um eine höhere Eigenkapitalquote auszuweisen. Stattdessen empfiehlt die Expertin im Bedarfsfall entweder weniger Gewinn aus dem Unternehmen zu entnehmen, den Lagerstand zu verringern oder das Mahnwesen im eigenen Unternehmen zu verbessern.

  1. Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist eine wichtige Kennzahl aus der Kostenrechnung. Zieht man vom Verkaufserlös eines bestimmten Produkts die variablen Kosten für dieses Produkt ab, erhält man den Deckungsbeitrag. Nach Abzug der Fixkosten sollte zumindest eine positive Zahl herauskommen, denn nur dann rechnet sich der Verkauf dieses Produktes. „Im Zuge von Eröffnungsangeboten kommt es zwar immer wieder vor, dass eine begrenzte Stückzahl eines Produkts temporär zu einem Preis abgegeben wird, der sich kalkulatorisch nicht rechnet, auf Dauer ist das aber keine Lösung“, sagt Mag. Strohmaier. „Vor allem kleine Unternehmen sollten nicht der Versuchung unterliegen, die Preise der Konkurrenz zu unterbieten, um mehr Umsatz zu generieren, denn diese könnten eine gänzlich andere Kostenstruktur haben“, so die Unternehmensberaterin weiter. Sinnvoller wäre es, sich mit Nischenprodukten von der Konkurrenz abzuheben oder die eigenen Kosten auf Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen.

  1. Personalintensität

Auch anhand dieser Kennzahl lassen sich Rationalisierungspotenziale ableiten. Je niedriger die Personalintensität, desto rentabler wurde das Personal eingesetzt. Die Personalintensität zeigt das Verhältnis von Personalaufwendungen zum Umsatz an. Mit jedem Euro, der in einem Unternehmen erwirtschaftet wird, fällt ein gewisser Euro-Betrag für Personalaufwand an. Die Personalintensität ist sehr stark von der jeweiligen Branche abhängig, branchenübergreifende Vergleiche sind daher wenig aussagekräftig. „Da der Personalaufwand in den meisten Unternehmen ein bedeutender Kostenfaktor ist, ist die Personalintensität ein guter Maßstab für die Produktivität und Effizienz in einem Unternehmen“, erklärt Strohmaier. Verbesserungen lassen sich zum Beispiel mit einer besseren Auslastung bzw. mit einer effizienteren Arbeitseinteilung erzielen.

  1. Eigenkapitalrentabilität

Diese Kennzahl gibt an, welche fiktive Verzinsung mit dem Eigenkapital erwirtschaftet wurde. Je höher die erzielte Eigenkapitalrentabilität ist, desto effizienter wird das im Unternehmen eingesetzte Kapital eingesetzt. Zur Ermittlung wird der Jahresüberschuss (Nettogewinn) durch das Eigenkapital dividiert. Ein guter Richtwert für die anzustrebende Höhe ergibt sich in der Regel durch den Vergleich mit alternativen Anlagemöglichkeiten. Ist die Eigenkapitalrentabilität geringer als die Zinsen für die Veranlagung von „risikolosem Geld“ am Kapitalmarkt (Sparbücher, „AAA“-Anleihen…), wäre das nicht attraktiv. Schließlich sollte sich das Inkaufnehmen von unternehmerischem Risiko und die damit verbundene Arbeit auch lohnen. Freilich lässt sich auch die Eigenkapitalrentabilität durch betriebliche Maßnahmen verbessern. „Geeignete Maßnahmen wären etwa Kostensenkungsmaßnahmen, Verringerung des Lagerstandes und damit der Kapitalbindung oder eine Optimierung der Produktionsprozesse“, sagt Strohmaier.

  1. Schuldentilgungsdauer

Ein Wert von weniger als sieben Jahren gilt als sehr gut. An dieser Kennzahl kann man die fiktive Entschuldungsdauer ablesen. Sie zeigt die Anzahl von Jahren an, die ein Unternehmen auf Basis der aktuellen Ertragslage benötigen würde, um das gesamte Fremdkapital zurückzuzahlen. Dabei wird die Annahme getroffen, dass der gesamte korrigierte Cashflow zur Tilgung des Fremdkapitals verwendet wird und kein Geld für Investitionen oder Gewinnausschüttungen. Niedrige Werte sind in der Regel positiv, da in diesem Fall die Verschuldung gering ist und/oder die Ertragskraft entsprechend hoch. „Eine Verbesserung dieser Kennzahl könnte zum Beispiel durch den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen herbeigeführt werden, um mit dem Geld Schulden zu tilgen“, empfiehlt Strohmaier. Der oder die UnternehmerIn könnte auch Geld aus dem Privatvermögen als Eigenkapital in den Betrieb einbringen, weitere Gesellschafter an Bord holen oder Kostensenkungs- und Umsatzsteigerungsmaßnahmen andenken. Der Maßnahmenplan sehe je nach Branche und persönlicher Lage unterschiedlich aus, wichtig sei aber auch bei dieser Kennzahl, dass rechtzeitig korrigierend eingegriffen werde.

      www.ubit.at/wien

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