Direkt zum Inhalt

Dienstauto oder Kilometergeld?

06.10.2010

Sind Mitarbeiter regelmäßig im Außendienst tätig, stellt sich eine Frage: Soll ein Fahrzeug gekauft werden oder ist es günstiger Kilometergeld zu zahlen? Welche Variante am besten ist, hängt von diversen Faktoren ab.

Text Rudolf Siart

Wenn Mitarbeiter regelmäßig für ihr Unternehmen von A nach B müssen, entstehen nicht unerhebliche Kosten. Eine betriebswirtschaftliche Überschlagsrechnung klopft die unterschiedlichen Varianten und ihre Vorteile aus Sicht des Unternehmens ab.Eine Faustregel hilft bei der Orientierung: Je mehr Kilometer pro Jahr zurück-gelegt werden müssen, desto attraktiver werden Leasing oder Kauf eines Firmenfahrzeuges. Dabei gilt: Je günstiger das Fahrzeug bei der Anschaffung ist, desto eher wird der Kauf wirtschaftlich interessant.

Stellt man nun die Kosten des Autos (AfA, Treibstoff, Versicherung, Reparatur) den 0,42 Euro pro Kilometer gegenüber, zeigt sich rasch, dass die Lage des Break-Even-Punkts in erster Linie von den Anschaffungskosten abhängt.Bei einem Kaufpreis von 30.000 Euro ist das Kilometergeld bis 18.000 km kostengünstiger für das Unternehmen. Wenn ein Außendienstmitarbeiter also zum Beispiel 50.000 km pro Jahr dienstlich mit dem Firmen-KFZ, das nicht mehr als 30.000 Euro kostet, fährt, liegt die jährliche Ersparnis des Dienstfahrzeuges gegenüber dem Kilometergeld - auf Basis unserer Berechnungen - bei 9.400 Euro.

Außerdem ist das amtliche Kilometergeld nur bis 30.000 km im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei! Nach Rechtsprechung des VwGH fallen für den Mitarbeiter über 30.000 km mal 0,42 Euro Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an. Für den Arbeitgeber fallen ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge sowie Dienstgeberbeitrag und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag sowie Kommunalsteuer bis zum Höchstbeitragssatz an. Was das Kilometergeld in diesem Bereich nochmals verteuert und die Variante Firmenfahrzeug noch attraktiver macht.

Umgekehrt ist die Situation allerdings, wenn eine Mitarbeiterin nur gelegentlich außer Haus tätig ist, also nur 5.000 km pro Jahr mit ebenfalls einem Modell um 30.000 Euro fährt. Dann ist das Kilometergeld um 4.100 Euro günstiger. Was Unternehmer darüber hinaus bedenken müssen: Ein gekauftes Auto kann nicht jederzeit wieder verlustfrei abgegeben werden. Es muss daher auch die Frage geklärt werden, was mit dem Auto passiert, wenn der Mitarbeiter nicht mehr im Betrieb ist. Bei annähernder Kostenneutralität ist daher in diesem Beispiel die Variante Kilometergeld vorzuziehen.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
Werbung

Weiterführende Themen

Stories
28.07.2017

Wechsel der Bereichsleitung Marketing & Kommunikation in der Industriellenvereinigung.

Möchte trotz aller Herausforderungen optimistisch bleiben: IV-Präsident Georg Kapsch
Stories
06.10.2016

Die EU steht aktuell am Scheideweg. Wie sich Österreich in den veränderten Rahmenbedingungen positionieren soll? IV-Präsident Mag. Georg Kapsch erklärt im Interview mit Die Wirtschaft, wohin die ...

Stories
02.02.2016

Einen „passenden Raum“ finden - da geht es neben Raumgröße undInfrastruktur vor allem um Atmosphäre, Umfeld, Partnerschaft. Wirbieten Raum für „Co-Working“ an einem Ort der Stille, in ...

Was macht erfolgreiche Familien­unternehmen aus, Herr Markus Weishaupt?
Stories
24.11.2015

Sie sind das Rückgrat der ­heimischen Wirtschaft, vielfach erfolgreich seit ­Generation: Markus Weishaupt ­zerlegt bei seinen Analysen Familien­unternehmen in ihre Erfolgsfaktoren. Ein kurzes ...

Stories
23.11.2015

Wenige Themen gehen Dienstwagennutzern so sehr ans Herz wie die Wahl ihres nächsten Firmenautos. Für sie geht es um ein Statussymbol, für den Fuhrparkmanager um einen beachtlichen Kostenblock.

Werbung