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Die wichtigsten Technologie-Trends 2020

08.01.2020

Der Fachkräftemangel verschärft sich weiter, „intent-based“-Netzwerke verbreiten sich, ein neues Internet am Horizont: Mit dem Ende der „Zehnerjahre“ stehen spannende Entwicklungen in der IT an. Ein Überblick.

Was war das für ein Jahrzehnt: Der weltweite Siegeszug der Smartphones und ihrer Ökosysteme, KI, Clouds und soziale Medien waren die entscheidenden Technologien der vergangenen zehn Jahre. Weiterhin gilt: Was nun kommt, lässt sich nur schwer vorhersagen. Doch viele Prognosen aus dem vergangenen Jahr werden relevant bleiben, darunter die zunehmende mobile Konnektivität, KI/ML und Multi-Domain-Architekturen. Aber was ist neu im Jahr 2020?

Fachkräftemangel
Die größte Herausforderung für IT-Führungskräfte bleibt es auch 2020, geeignete Fachleute zu finden und ans Unternehmen zu binden. Laut einer Cisco-Umfrage haben 93 Prozent der Unternehmen einen so starken Fachkräftemangel, dass dadurch die digitale Transformation gebremst wird. Allerdings werden es künftig andere Fachkräfte sein, die am stärksten gesucht sind. Dazu gehören Experten in den Wachstumsbereichen Data Science und KI. Da diese jedoch kaum verfügbar sind, müssen Unternehmen mit Hilfe von Automatisierung und KI manuelle Prozesse weitgehend eliminieren. Nur so können sie dem nicht mehr zu lösenden Fachkräftemangel begegnen.

Zudem muss sich die IT vom „Auftragnehmer“ zum strategischen Geschäftspartner entwickeln. Daher sind die Rollen der IT-Mitarbeiter von der Geräte-Konfiguration auf die Lösung von Geschäftsproblemen mit Hilfe von Technologie umzustellen. In der Praxis bevorzugen Unternehmen mit erfolgreicher Transformation dabei die Weiterbildung von IT-Experten in Business-Bereichen gegenüber Neueinstellungen oder Outsourcing. Denn so bewahren sie die Kultur und Werte ihrer Organisation.

Gerade in der IT spitzt sich der "War for Talents" seit Jahren auch in Österreich zu. Laut Wirtschaftskammer fehlen hier 5.000 BewerberInnen auf IT-Stellen. Der IKT-Statusreport 2019 vom Fachverband für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (Ubit) spricht sogar von einem Mangel von bis zu 10.000 hochqualifizierten IT-Fachkräften. 

Das Internet der Zukunft
Die technologischen Innovationen schreiten immer schneller voran. Bis 2023 werden 49 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Im Laufe des kommenden Jahrzehnts entstehen digitale Angebote mit Hilfe von fortschrittlichen Technologien – wie virtuelle und erweiterte Realität, 16K-Streaming, KI, 5G, 10G, Quantencomputer, adaptive und prädiktive Cybersicherheit, autonome Fahrzeuge oder intelligentes IoT. Hinzu kommen völlig neuartige Anwendungen und Technologien.

Die dadurch steigende Komplexität wird aktuelle Internet-Infrastrukturen überfordern. Daher müssen IT-Unternehmen die Infrastruktur des Internets überdenken und neu erfinden. Sie muss schneller, skalierbarer und kostengünstiger werden sowie einfacher und sicherer zu verwalten sein. So hat Cisco vor kurzem seinen Plan zum Aufbau des Internets für das nächste Jahrzehnt der digitalen Innovationen vorgestellt. Die Technologiestrategie „Internet der Zukunft“ basiert auf Entwicklungsinvestitionen in Chips, Optiken und Software, um die künftigen Anforderungen zu erfüllen.

Loyalität zu Apps statt Marken
Die wichtigsten Interaktionspunkte von Kunden und Unternehmen sind heute Apps oder Websites. Laut dem aktuellen App Attention Index der Cisco-Tochter AppDynamics hat sich die Verwendung digitaler Dienste zu einem unbewussten Verhalten entwickelt – einer Art „digitalen Reflex“. Während sich bislang Verbraucher bewusst entschieden haben, einen digitalen Dienst für eine Aufgabe oder Tätigkeit einzusetzen, ist dies heute für die Mehrheit (71%) der Befragten ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Demnach wenden sich die Nutzer schnell von Marken ab, deren Apps kein gutes Erlebnis bieten.

Im Falle von Performance-Problemen wechseln sie zum Wettbewerb (49%) oder warnen andere aktiv vor der Dienstleistung oder Marke (63%), ohne dem Unternehmen eine Chance für Verbesserungen zu geben. Daher müssen Anbieter im Jahr 2020 und darüber hinaus auf die fehlende Toleranz der Verbraucher achten, wenn es um ein einfaches, schnelles und überzeugendes digitales Erlebnis geht. So ist es extrem wichtig, Performance-Daten von Apps in Echtzeit zu analysieren, um Engpässe zu erkennen und sofort zu beheben.

Cybersecurity: Zero Trust und Threat Hunting
Cyberkriminalität verursacht heute global den dreifachen wirtschaftlichen Schaden wie Naturkatastrophen. Entsprechend steigen die Anforderungen an die Sicherheit – rein reaktives Management reicht nicht mehr aus. Unternehmen müssen mit dem Konzept „Zero Trust“ den Bedrohungen voraus sein. Das ursprüngliche Modell von Forrester basiert auf dem Prinzip, dass Unternehmen nichts und niemandem innerhalb oder außerhalb ihres Netzwerks vertrauen. Der Zugriff wird nur autorisierten Nutzern, Geräten und Workloads gewährt. Dieser Ansatz wird in den nächsten Jahren allgegenwärtig.

Zusätzlich spielt Threat Hunting bei der IT-Sicherheit eine immer größere Rolle. Während herkömmliche Lösungen nur auf erkannte Bedrohungen reagieren, analysiert Threat Hunting auch das Unbekannte. Dadurch lassen sich neuartige Schadprogramme und Schwachstellen entdecken. Die regelmäßige Suche nach Gefahren führt zu einer Reduzierung der Anzahl potenzieller Angriffsvektoren. 

Intent-based Networking
Netzwerke waren für Unternehmen noch nie so wichtig wie heute. Sie verbinden nicht nur Geräte und Standorte, sondern sichern auch Daten, tragen kritische Infrastrukturen, unterstützen Teams und die App-Entwicklung. In den vergangenen Jahren drehte sich die Diskussion um die Rolle von Software Defined Networks (SDN). Doch diese bilden nur einen Übergang hin zu echten Intent-based Networking (IBN)-Systemen. Diese nutzen KI und Machine Learning, um Aktionen vorherzusehen, Anomalien automatisch zu erkennen und zu beheben sowie Sicherheitsbedrohungen zu blockieren. Dabei entwickeln sich die Netzwerke durch selbstständiges Lernen permanent weiter.

Die Akzeptanz von SDN ist bereits hoch. Von den über 2.000 IT-Führungskräften und Netzwerkstrategen, die im Rahmen der Studie Cisco Global Networking Trends befragt wurden, nutzen 41 Prozent SDN in mindestens einer ihrer Netzwerkdomänen. Doch nur 4 Prozent glauben, dass ihre Netzwerke heute wirklich Intent-based sind. IBN wird aber in naher Zukunft eine große Rolle spielen. 78 Prozent sagen, dass sich ihre Netzwerke innerhalb von zwei Jahren in Richtung Service-Orientierung und IBN entwickeln. 35 Prozent erwarten sogar, dass dies bis dahin abgeschlossen ist.

Original erschienen am 08.01.2020: Die Wirtschaft.
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