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Die sieben Tools der Großen

14.09.2020

Amazon nützt sie, Google und Apple auch. Allerdings muss man kein Internetgigant sein, um diese sieben Erfolgsformeln anzuwenden.

1. Sei mein Nordstern

Der Polarstern zeigt Seefahrern die Richtung an. Umgelegt aufs Unternehmen richtet eine einzige wirklich wichtige Kennziffer alle auf das gemeinsame Ziel aus. Sie ist natürlich nicht starr, sondern wird flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Sinn der Übung: absoluter Fokus. 

2. Goldener Kreis

Viele KMU haben ein Produkt oder eine Technologie und zerbrechen sich den Kopf, wie sie diese an den Kunden bringen. Ganz falsch. Der US-Managementguru Simon Sinek schlägt vor, besser die Frage nach dem Warum zu stellen. Warum sollte der Kunde das Produkt wollen? Er adressiert damit Herz, nicht Verstand. Wie man das Ding an Kunden bringt, kommt danach.  

3. Nervensäge

Noch einmal die Frage nach dem ­Warum. Hier heißt sie 5-W-Methode. Aber Achtung: Macht unbeliebt, dringt aber tief hinunter zur Wurzel eines Problems. Man fragt etwa einen Mitarbeiter, warum etwas nicht funktionierte. Er wird eine Antwort geben. Die hinterfragt man wieder mit einer auf die Antwort abgestimmten Warum-Frage, insgesamt fünfmal. Die ersten drei Antworten sind leicht zu schluckende Vorwände, typischerweise technischer Natur. Danach geht es ans Eingemachte, das sich oft genug als Kommunikationsproblem herausstellt. Hier liegt die wahre Chance auf Verbesserung. 

4. Wer will mich?

Die meisten Innovationen scheitern, weil niemand sie will. Natürlich, mit Proto­typing lässt sich vieles abtesten. Aber auch Prototypen kosten Zeit und Geld. Mit dieser „So-tun-als-gäb’s-die-Innovation-schon-Methode“ spart man sich auch das. McDonald’s etwa spielte einst mit dem Gedanken, italienische Gerichte anzubieten. Ohne dass es die schon gab, setzte man sie einfach auf die Speisekarte. Resonanz: null. Man hörte nie wieder davon. 

5. Pilotentrick

Hinter dem unaussprechlichen Namen OODA-Schleife verbirgt sich eine Lieblingsleitlinie der US Air Force. Mit ihr, so heißt es, bleibt man auch in brenzligen Situationen cool. OODA steht für observe, orient, decide, act. Übersetzt: beobachte, orientiere dich, entscheide, handle. Das üben die Piloten, bis sie es im Schlaf können. Hintergrund: Wenn es eng wird, neigt man zu Panikreaktionen und überspringt die ersten beiden Schritte. Was nicht nur in der Luft fatal sein kann. 

6. Ohne Bedauern

Der ultimative Rat für große Weichenstellungen stammt aus dem Klassiker „The Seven Habits of Highly Effective People“ von Steven Covey. Man stelle sich vor, am Ende seines Lebens zu stehen und zurückzublicken. Was würde man bedauern? Sehr selten das, was man tat, eher das, was man nicht tat. Jeff Bezos soll nach dieser Methode entschieden haben, seinen gut bezahlten Job zu kündigen und ein Start-up zu gründen. Er nannte es Amazon.  

7. Letzte Worte

Etwas weniger tränendrüsendrückend lassen sich auch Projekte präventiv zu Grabe tragen. Die Gruppe wird ein wenig aufgelockert (wie, das bleibt dem Leser überlassen) und stellt sich dann vor, ihr Projekt sei grandios gescheitert. Nun fragt sie sich – wieder mal – warum? Nach Herzenslust und ohne Hemmungen darf man sich die Hintergründe zusammenreimen, verheimlichte Bedenken äußern und es immer schon gewusst haben. Auch Tabuthemen sind nicht mehr tabu. So findet man die Schwachpunkte und beseitigt sie.

Text: Maria Leicht

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