Direkt zum Inhalt
Sieht großen Aufholbedarf in der Wiederverwertung von Elektronikgeräten:  Karl Schmidt, WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Warschau.

Die Müllberge müssen weg

03.09.2019

Unser Bewusstsein zur Abfallvermeidung und zum Recycling wird konstant geschärft. Doch was tun mit Abfall, der bereits besteht oder sich gar nicht vermeiden lässt? Mit diesen Herausforderungen ist auch Polen konfrontiert. Das bedeutet große Chancen für heimische Unternehmen, wie Karl Schmidt, der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Warschau in seinem Marktkommentar ausführt.

Das Jahr 2019 bringt Neuerungen für die europäische Abfallwirtschaft durch die Umsetzung der Europäischen Richtlinie zur Kreislaufwirtschaft. Ziel ist der verstärkte Ausbau der Recycling-Quote. Nun kommt Polen unter Druck, denn hier wird noch viel auf legalen und illegalen Mülldeponien gelagert. Ende 2017 waren laut dem staatlichen Statistikamt GUS noch 301 legale Deponien in Betrieb. Hinzu kommen 1.661 illegale Müllhalden. Um der Lage Herr zu werden, fehlt es in Polen an praktischen Lösungen und notwendigen Instrumenten. Die ausgegebene Parole ist: Die strengeren Umweltauflagen müssen erfüllt werden und die Recyclingquote muss steigen. Die ersten Schritte wurden bereits gesetzt, die Abfallwirtschaft investiert und wächst. Im Jahr 2018 stiegen die Investitionen in der Abfallwirtschaft um 7,2 Prozent auf rund 196 Millionen Euro. Die Umsätze, einschließlich Wiedergewinnung von Rohstoffen, betrugen im Vorjahr laut GUS 3,93 Milliarden Euro (ohne Kleinbetriebe; das sind +2,7 Prozent gegenüber 2017). Ein großer Aufholbedarf liegt besonders in der Wiederverwertung von Elektronikgeräten. In Zukunft wird ein großer Markt für alte Batterien und Akkumulatoren entstehen. Chancen ergeben sich somit für Experten in der Kreislaufwirtschaft und beispielsweise Zulieferer von Ausrüstungen im Recyclingbereich und zur Abfallbehandlung/Verwertung. Zusammengefasst heißt das: Bringen Sie Ihr Know-how zur Kreislaufwirtschaft nach Polen und nutzen Sie die Geschäftschancen, die sich durch die EU-Richtlinie und das wachsende Umweltbewusstsein in Polen ergeben.

Veranstaltungstipp: Das AußenwirtschaftsCenter Warschau organisiert vom 15. - 17. Oktober 2019 ein Austria Showcase zur Circular Economy in Polen

 

Werbung

Weiterführende Themen

"Nur dagegen sein, ist kein Programm", kritisiert Hans Harrer die heimische Politik.
Meinungen
13.08.2019

Die Wahrheit sei zumutbar und Neinsagen dürfe kein politisches Umweltprogramm sein, meint Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der ...

Carployee v.l.n.r.: Gernot Panholzer (CPO), Albert Vogl-Bader (CEO), Moritz Wenko (CTO) und Kambis Kohansal Vajargah (COO)
Recruiting
25.07.2019

Ausbildungsbetriebe, die außerhalb von Großstädten liegen, haben es noch schwerer als alle anderen. Jugendliche sind oft nur in Richtung Großstadt mobil, denn in die Stadt gibt es in den ...

Meinungen
15.07.2019

Deutschland stellt wortwörtlich die Weichen in der Verkehrspolitik und setzt auf den Ausbau der Schiene. Eine Strategie, die diverse Chancen für heimische Unternehmen bietet, wie Heinz Walter, der ...

Glückliche Gewinner beim Trigos-2019
Meldungen
13.06.2019

Alle Jahre wieder holt der Trigos nachhaltige Vorzeigebetriebe vor der Vorhang und prämiert ihr Engagement. Dieses Jahr ging der Award an hollu, Social Impact Award, Deloitte, Neuburger Fleischlos ...

Die Vereinten Nationen haben sich auf 17 große Ziele geeinigt, die auch für Unternehmen immer relevanter werden.
Stories
12.06.2019

Die Un-Nachhaltigkeitsziele können als Motor für ein neues Verantwortungsbewusstsein fungieren, meint Jochen Ressel vom Senat der Wirtschaft. Warum es schon bald unmoralisch sein wird, so zu ...

Werbung