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Die inszenierte Verführung

02.11.2011

Mit einer ausgeklügelten Architektur kann man Menschen in Stimmungen versetzen, die zum Konsum, zum Arbeiten oder auch zum Wohlfühlen anregen. Wir haben uns mit dem Erlebnisdramaturgen Christian Mikunda im Wiener Sofitel Designtempel getroffen und uns vor Ort erklären lassen, wie das geht.

Sie sagen, dass Shopping-Tempel, um zu funktionieren, einer Dramaturgie gehorchen müssen. Wie muss man sich das vorstellen?
Es braucht bestimmte Elemente, damit ein Ort optimal wahrgenommen wird und funktioniert. Er muss sich zu allererst veröffentlichen und sich zum Wahrzeichen, zur Landmark machen. Dazu braucht er eine emotionale Außenwirkung, egal ob Shoppingcenter oder Bürogebäude. Denken Sie zum Beispiel an die leuchtende Fassade des Uniqa-Gebäudes in Wien. Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, dass sich die Versicherung der Öffentlichkeit stärker zuwendet, und deshalb die LED-Fassade vorgeschlagen. Dadurch wird das Gebäude zu einem signifikanten Punkt für die ganze Stadt.


Hat man hier im Sofitel auch etwas Ähnliches gemacht?
Ja, die weithin sichtbaren Leuchtdecken der Pipilotti Rist sind auch so ein Element.


Über solche Signale bekommt man also Konsumenten dazu, ein Unternehmen wahrzunehmen und vielleicht sogar hineinzugehen. Wie geht es mit der Dramaturgie innen weiter?

Dort braucht man ein System, das einen herumführt. Das betrifft öffentliche Gebäude genauso wie Büros. Damit die Orientierung funktioniert, muss es eine Abfolge von Achsen und Knoten-
betonungen geben, von Merkpunkten und von Vierteln. Erleichtert wird die Orientierung mit Durchblicken, aber auch durch
eine Lagekarte, auf der man seinen aktuellen Standort sehen
kann.

In einem Bürogebäude können zum Beispiel die Innenhöfe inszeniert werden. Sie dienen dann als Chill-out-Zone für Mitarbeiter und Gäste. Auch Lounges, wo sich die Angestellten zum Reden treffen, bieten Orientierung. Damit ein Ort ein unterhaltsamer Ort wird, muss man sich möglichst schnell ein inneres Bild des Ortes machen können.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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