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DES GUTEN NICHT ZU VIEL

10.10.2018

Mit dem neuen Focus will Ford die Kompaktszene aufmischen. Ein Sammelsurium aus digitalen Highlights und analogen Stärken soll dies ermöglichen.

Inwieweit es aktuell erstrebenswert ist, als Kompaktmodell auf die Welt zu kommen, lässt sich schwer verifizieren. Ihr Marktanteil ist zwar immer noch sehr hoch, das ganz große Trara spielt sich aber eher bei den SUV und deren Derivaten ab. Ford kennt das aus eigener Erfahrung zur Genüge, hat man mit Ecosport, Kuga und Edge doch selbst ein paar gefeierte Kapazunder im Hof stehen. Trotzdem oder, besser noch, gerade deshalb schöpfte Ford beim Launch der mittlerweile vierten Generation des Focus aus dem Vollen.

Acht verschiedene Antriebe, zwei Getriebevarianten, fünf Ausstattungsvarianten und eine nicht nur gefühlt endlose Liste an Ausstattungsdetails setzen ein gewisses Mindestmaß an Freizeit voraus, wenn man den für sich perfekten Focus finden will. Im Rahmen eines Testdrive-Tages konnten wir uns zumindest einen groben Überblick verschaffen.

Beim Design zeigt sich der neue Focus noch relativ, sagen wir, vorhersehbar. Schon alles neu, etwas flacher, eine Spur länger, insgesamt dynamischer, aber klar und auf den ersten Blick als Focus auszumachen. Bestes Beispiel dafür ist der über die Markengrenzen hinaus bekannte Grill im Aston- Martin-Stil. Er ist noch präsenter, weil schlicht größer, von bündig verschraubten Scheinwerfern flankiert und einer markant geformten Motorhaube visuell unterstützt. „Markenidentität“ nennt man das, je nach gewählter Ausstattung mit unterschiedlichen Details aufgewertet.

ALLES NEU IM INNENRAUM

Steigt man in den Focus ein, tut sich ein anderes Bild auf. Im klar strukturierten und mit feinen Oberflächen versehenen Interieur erinnert wenig an den Vorgänger. Orientierung am Kunden quasi, und das als ganzheitlicher Ansatz. So wurde nicht alles, was im digitalen Bereich technisch möglich ist, realisiert. Großer und perfekt positionierter Touchscreen? Klar, aber die Klimaregulierung geht zur allgemeinen Erleichterung analog vonstatten. Ver besserte Sprachsteuerung? Sowieso, eine sinnbefreite Gestiksteuerung hat man sich und uns aber erspart.

In Sachen Komfortausstattung und Assistenten haben die Kölner dafür jedwede Rückhaltung abgelegt. Ein paar Highlights zum Gustieren: ein modernes Head-up-Display, Bang-&- Olufson-Soundsystem, 360-Grad-Kamera, Einparkassistent für Längs- und Querparken oder ein Notbremsassistent, der auch ausweicht. Genauso sinnvoll: eine Falschfahrer-Warnfunktion, die eine drohende Geisterfahrt quasi im Keim erstickt. Eine individuelle Schwerpunksetzung ist über den Konfigurator zu erzielen, wo unter anderem die sportliche ST-Line oder die luxuriöse Variante Vignale die Glanzlichter setzen.

Verkehrt machen kann man damit letztlich nichts. Genau so wie beim Antrieb. Die Benziner sind allesamt Dreizylinderturbos mit Zylinderabschaltung, dieselseitig stehen Vierzylinder auf der Habenseite. Allen gemein ist der asketische Verbrauch und das Ford-typische Kurventalent bei spürbarem Komfort. Völlig ausgetrieben hat man den Dreizylinderturbos das Knurren. Der Geräuschpegel ist sensationell niedrig, unterwegs merkt man auch vom Zweizylindermodus praktisch nichts. Es sei denn, man wählt im Drive-Mode die sportliche Abstimmung, aber da passt es dann auch.

Und welchen nehmen? Klar beeindrucken die Spitzenmodelle. Besonders der 183 PS starke Benziner samt Acht-Gang- Wandlerautomatik, zum Drüberstreuen auch noch im STLine- Zwirn, ist schon ein sehr freudvoller Geselle. Doch auch die Mitte ist eine goldene, der 120-PS-Diesel sei hier beispielgebend genannt. Knackige Sechs-Gang-Schaltung, mehr als ausreichende Fahrleistungen und nicht zuletzt auch beim Preis vornehm zurückhaltend. Apropos Preis, der neue Ford Focus startet bei Leasing mit einem Aktionspreis von 13.580 Euro, und das ab sofort.

Autor:
Oliver Weberberger

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