Direkt zum Inhalt
Feuchtbiotop im campus21 – Businesspark Wien Süd

Der „Beserlpark“ für Unternehmer

31.05.2013

Nach leichten Startschwierigkeiten haben sich auch in Österreich zahlreiche Businessparks durchgesetzt. Die Vorteile für Unternehmer: günstige Mieten, gute Infrastruktur und die Möglichkeit, ausgiebig zu clustern.

Die Zeit verfliegt. Es ist schon wieder fast zwei Dekaden her, dass mit der Errichtung von Businessparks eine neue Ära in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte eingeläutet wurde. Wie so viele Immobilienformate starteten diese Gewerbeareale ihren Siegeszug im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um ihn nach dem Sprung über den großen Teich in Europa fortzusetzen. Konkret sprossen die ersten Business-parks bereits um 1900 in Chicago und Kansas City entlang der dortigen Eisenbahnstrecken aus dem Boden. Ihren großen Durchbruch schafften sie in den USA schließlich Mitte der 1960er-Jahre, nachdem Autos und LKWs das Verkehrs- und Transportwesen auf den Kopf gestellt hatten.

So betrachtet folgte die Alpenrepublik durchaus mit einem beträchtlichen Respektabstand. Zu den Pionieren zählt hierzulande der Concorde Business Park, der 1996 in Schwechat seine Pforten öffnete. Auf dem 178.000 m2 großen Gelände befinden sich unter anderem Logistikflächen. Im Gegensatz dazu spezialisierte sich die Mehrheit der heimischen Businessparks auf die Vermietung von Büroräumlichkeiten. Und hier, an den Peripherien der Städte, kommt das – besonders in Zeiten der Wirtschaftskrise schlagende – Preisargument ins Spiel: „Die Miete erstklassig ausgestatteter Büros beläuft sich derzeit durchschnittlich auf zehn bis elf Euro pro Quadratmeter und Monat. Wir liegen also im preislichen Mittelfeld“, weiß Eckhard Horstmeier, der für die conwert Immobilien Invest SE für das Asset-Management des „campus21 – Businesspark Wien Süd“ in Brunn am Gebirge verantwortlich zeichnet. Zum Vergleich: Laut der Otto Immobilien Gruppe kostet ein moderner Erstbezug in Wien rund zwölf Euro pro Quadratmeter und Monat. Die Spitzenmieten für Top-Lagen in der City sowie in den angrenzenden Büroachsen erreichen sogar 24,50 Euro.

Stimmiges Gesamtpaket
Das Preisargument wiederum hängt eng mit den Dimensionen dieser Betriebsansiedelungen zusammen. So verfügt das Euro Plaza, der größte Businesspark Österreichs, an der Wienerbergstraße in Wien über eine Nutzfläche von nicht weniger als 212.000 m2, und der bereits erwähnte campus21 bringt es auf eine Grundfläche von 164.000 m2. Ein kleineres Beispiel ist der Walter Business-Park in Wiener Neudorf, der 55.000 m2 zählt. Neben den privaten Wirtschaftsparkbetreibern rittern auch die Bundesländer beziehungsweise die landeseigenen Wirtschaftsagenturen um die Ansiedelungsgunst der heimischen Klein- und Mittelbetriebe. Einer der prominentesten Vertreter ist die niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus, die in 17 niederösterreichischen Wirtschaftsparks rund 800 nationale und internationale Unternehmen beherbergt. Insgesamt stehen mehr als 990 Hektar Land für moderne Büro-, Logistik- und Produktionsflächen zur Verfügung.

Auch andere Länder wie Kärnten oder das Burgenland bieten mit landeseigenen Industrie- und Gewerbeparks ein vergleichbares Angebot, wenn dieses auch flächenmäßig etwas geringer ausfallen mag. Vor allem in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ist für heimische Unternehmer der eine oder andere Mietvorteil verhandelbar.

Doch nicht nur wegen des günstigeren Mietpreises schlagen KMU ihre Zelte gerne in Businessparks auf. Noch weitere Vorteile liegen auf der Hand. Den campus21 vor dem geistigen Auge, erklärt Horstmeier: „Das Entscheidende ist, dass man nicht nur vier Wände, sondern ein Gesamtleistungspaket offeriert. Und ein solches zu gewährleisten, ist für einen großen Businesspark natürlich erheblich leichter, da er mal viel eher zusätzliche Services wie Konferenzräume, Nahversorger, Restaurants, Parkplätze oder Shuttlebusse anbieten kann.“ Für ihn bilden darüber hinaus der persönliche und intensive Kontakt mit den Mietern sowie Ansprechpartner für Haustechnik und Management direkt vor Ort Bestandteile des Konzepts. 

Eigendynamik ab dreißig Mietern
Für die Mieter ist nicht zuletzt die Flexibilität ein Dealmaker: „Aufgrund der Kapazitäten kann ich Firmen mehr Flächen zu Verfügung stellen, wenn sie expandieren, beziehungsweise Räumlichkeiten zurücknehmen, wenn sie sich verkleinern. Außerdem zeigen wir uns bei der Mietvertragsdauer gesprächsbereit, denn es ist beispielsweise für Start-ups essenziell, sich nicht fünf Jahre binden zu müssen.“ Die Start-ups, aber auch alle anderen Unternehmen profitieren von der Eigendynamik, die sich ab dreißig Mietern in einem Businesspark entwickelt. Vor allem, wenn der Mietermix passt, ergeben sich spannende Anknüpfungspunkte. Eckhard Horstmeier lancierte vor diesem Hintergrund im campus21 regelmäßig Veranstaltungen, unter anderem mit der Gemeinde, dem Wirtschaftsbund sowie mit der Wirtschaftskammer. Derartige Aktivitäten fördern darüber hinaus die für jeden Businesspark wichtige Einbettung in die Region. Vor der eigenen Tür muss jedes Unternehmen letztendlich aber selber kehren.

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
Werbung

Weiterführende Themen

Stories
29.03.2018

Rund um die Elektromobilität kommen nicht nur viele technische Fragen auf. Auch Alltagstauglichkeit und ökologische Gesichtspunkte spielen für Unternehmen eine Rolle. Wir haben bei vier Experten ...

Freuen sich über einen fulminanten Konjunkturverlauf: IV-GS Neumayer und IV-Chefökonom Helmenstein.
Stories
01.02.2018

Das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung zeigt steil nach oben: Volle Auftragsbücher, positive Geschäftserwartungen und eine Ausweitung der Produktionstätigkeit. Nur der ...

Interviews
12.10.2017

Zuerst werden durch die Digitale Transformation Jobs verloren gehen, erst dann werden neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze entstehen, meint Fraunhofer-Austria-Research-Chef Wilfried Sihn. Doch ...

Stories
12.10.2017

Eine Vision wird Wirklichkeit: Der Unternehmer Leopold Wieselthaler verwandelt die ehemaligen Semperitwerke in Traiskirchen in einen neuen Stadtteil. Sein Erfolgsrezept klingt simpel – doch es ...

(v. l.) Stephan Strzyzowski, Christian Rupp, Gerhard Pelikan, Alfred Harl.
Stories
08.09.2017

Wie schnell Unternehmer digitalisieren, entscheidet heute maßgeblich über ihren Erfolg. Doch dafür benötigen sie die entsprechende Infrastruktur. Woran es in Österreich hapert, und warum wir einen ...

Werbung