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Denkender Kühlschrank, schlaue Kleidung

14.04.2014

In kaum einer Branche läuft der Innovationsmotor derzeit schneller als in der mobilen Kommunikation. Sieben Trends, welche die Geschäftswelt prägen werden.

INTERNET DER DINGE
Immer mehr Alltagsgegenstände werden miteinander verbunden. Von der Haustechnik über Autos und Maschinen bis hin zu Zahnbürsten. Der Netzausrüster Ericsson rechnet damit, dass bis 2020 bereits 50 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein werden. Das stellt klarerweise neue Ansprüche an die Netze. Beim Ausbau der Infrastruktur setzt die Industrie vor allem auf den superschnellen LTE-Funk. Gleichzeitig gibt es aber immer mehr Sicherheitsfragen zu bedenken. Wenn immer mehr Geräte miteinander kommunizieren, steigt gleichzeitig die Möglichkeit der Manipulation. Berichten zufolge nutzten Kriminelle bereits internetfähige Kühlschränke zum Versenden von Spam-Nachrichten.

SICHERHEITSLÖSUNGEN
Aufgrund der Snowden-Enthüllungen herrscht bei Konsumenten und Unternehmen gehörige Verunsicherung. Einige Firmen reagieren auf die Geheimdienst-Schnüffeleien mit eigenen Angeboten. Die holländische Suchmaschine Ix-Quick verspricht, die diskreteste Suchmaschine der Welt zu sein. Die Firma Blackphone will im Sommer ein weitgehend abhörsicheres Smartphone auf den Markt bringen. Details zur Ausstattung des Handys sind allerdings noch offen. Das Schweizer Start-up Sixsq will mit Angeboten zur sicheren Datenspeicherung punkten. Security wird zunehmend zu einer Geschäftsgrundlage.

TECHNOLOGIE ZUM ANZIEHEN
Tragbare Computertechnologien werden den Alltag von Nutzern verändern. Im laufenden Jahr sollen die Computer-Brille Google Glass sowie smarte Uhren von Herstellern wie Samsung den Markt umrühren. Was der Anwender davon hat? Die Kommunikationsgeräte werden zunehmend in Alltagsaccessoires und -Kleidung integriert. In der Business-Welt könnten Aktentaschen also bald der Vergangenheit angehören.

MOBILES BEZAHLEN
In den Entwicklungsländern ist das Bezahlen mit dem Handy schon längst gang und gäbe. Aufgrund eines sehr löchrigen Banknetzes nützen in vielen Ländern Menschen die SMS-Funktion ihres Handys, um Zahlungen abzuwickeln. Entgegen breitbrüstiger Ankündigungen der Branche hat sich das Bezahlen via Smartphone bei uns noch nicht durchgesetzt. Das Problem: Die Angst vor Missbrauch konnte den Handynutzern vonseiten der Industrie noch nicht genommen werden. Das soll sich nun aber ändern. Beim Mobile World Congress in Barcelona verkündeten Samsung und PayPal eine Allianz, damit Kunden mit ihrem Fingerabdruck auf dem Smartphone einen Zahlungsvorgang autorisieren können.

MOBILE BANKING
Banken müssen immer heftiger um ihre Kunden kämpfen. Direktbanken setzen den klassischen Geldhäusern zu. Die traditionellen Häuser werden daher ihre Services gerade im Online- und Mobile-Sektor weiter ausbauen müssen. Die Optimierung des mobilen Angebots steht darum im Fokus vieler Banken. 

INDOOR-NAVIGATION
Die mobilen Navigationsmethoden werden immer genauer. Mittels WLAN oder iBeacons kann man punktgenau in Gebäuden navigieren. Damit entstehen auch ganz neue kommerzielle Möglichkeiten: Nutzer können zum Beispiel beim Betreten oder Vorbeigehen eines Shops Gutscheine oder Informationen direkt aufs Smartphone erhalten. Auch in Sachen Datensammlung werden Unternehmen profitieren: In Form von Headmaps können Bewegungsströme aufgezeichnet und für geschäftliche Zwecke ausgewertet werden.

 

ALTERNATIVE BETRIEBSSYSTEME
Derzeit beherrschen Apples iOS und das Android-System von Google den Markt. Sie treiben mehr als 90 Prozent aller Smartphones an. Doch es gibt Versuche, Alternativen zu verbreiten. Dazu zählen Firefox OS und Ubuntu, die auf Open Source setzen und ihren Quellcode im Internet veröffentlichen. Nokia arbeitet mit einer Alternativ-Version von An-droid ohne Google-Dienste. Zudem wird erwartet, dass Windows Phone 8 Marktanteile gewinnen wird. Welches Betriebssystem auf dem Handy, Tablet oder Gadget läuft, spielt eine wichtige Rolle, weil Entwickler ihre Apps daran anpassen. Entsprechend gibt es viele Zusatzprogramme nur für die verbreiteten Systeme.

 

Text: Daniel Nutz

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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