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"Es ist heutzutage möglich, Remote Business Coaching abzuhalten, das genauso persönlich ist wie Coaching vor Ort", erklärt Tina Deutsch von Haufe Advisory.

Coaching: Warum der persönliche Draht auch virtuell klappt

04.08.2020

Führungskräfte sind aufgrund der Pandemie gefordert wie noch nie. Doch verzichtet gerade jetzt mancher auf professionelles Coaching. Ein großer Fehler, meint Tina Deutsch, Co-Founder und Managing Partner von Haufe Advisory. Denn auch digital bleibt nichts auf der Strecke. 

Gerade in Zeiten von Corona steigt der Bedarf an Coaching. Doch wie gut klappt die Unterstützung, wenn persönliche Treffen nicht möglich sind?

Führungs- bzw. Schlüsselkräfte – also jene Personen, die aufgrund ihrer Rolle, Funktion und Persönlichkeit eine große Multiplikatoren-Wirkung innerhalb ihrer Organisation haben und daher große Verantwortung tragen – brauchen gerade jetzt eine reflektierte Haltung und hohe Kompetenz in der Bewältigung ständig neuer Herausforderungen. Sie bei alldem zu stärken, ist daher wichtiger denn je – und funktioniert auch remote bzw. per Video. Trotzdem gibt es immer wieder Vorbehalte gegenüber Remote-Coaching. Die Angst, ein Gespräch über Video könnte zu Verlusten auf der persönlichen Kommunikationsebene führen, ist aber unbegründet. Denn Coaching ist eine Branche, die bereits lange erfolgreich auf virtuellen Dialog setzt und viel Erfahrung in diesem Bereich hat. Und durch modernste technologische Errungenschaften ist es heutzutage möglich, Remote Business Coaching abzuhalten, das genauso persönlich ist wie Coaching vor Ort – und dazu ohne gesundheitliche Risiken für alle Beteiligten.

Mit welchen Tools beziehungsweise Methoden lässt sich ausgleichen, was digital womöglich auf der Strecke bleibt?

Wir achten bei der Auswahl der Coaches besonders darauf, dass die Skills des digitalen Beziehungsaufbaus beim Coach vorhanden sind. Körperlichkeit spielt in der Kommunikation bekanntermaßen eine wichtige Rolle. Eine gute Beziehungsebene aufzubauen, ohne im selben Raum zu sein, ist nicht immer einfach. Unsere Coaches sind mit speziellen Techniken darauf geschult, Dinge wie die hier fehlenden sogenannten „körperlichen Übertragungsphänomene“ zu kompensieren und auch online einen geschützten Raum zu schaffen, in dem man gemeinsam tief in Themen eintauchen kann. Für viele Coaches ist das sogar am Telefon oder über Video einfacher. Es gibt keine Ablenkungen, keine Sorgen darüber, wie man aussieht, wann der Bus nachhause fährt, ob man für‘s Parken gezahlt hat, etc. Natürlich ist darüber hinaus auch ein einwandfreies technisches Set-up wichtig. Damit Videocoaching reibungslos funktioniert, benötigt man die entsprechenden digitalen Tools. Wir stellen unseren Coaches und Coachees eine digitale Kommunikationsplattform zur Verfügung, die außer einer stabilen Internetverbindung keinerlei Installationen benötigt und datenschutztechnisch alle Anforderungen erfüllt.

Welche Coachingleistungen werden gerade vom Mittelstand besonders stark nachgefragt?

Bedingt durch die derzeitige Corona-Krise, sind gerade Coaching Themen wie „Remote Leadership“ oder „Führung in der Krise“ sehr gefragt. Denn gerade in unsicheren Zeiten kommt es auf eine starke Führung an. Aktuell brauchen Führungs- bzw. Schlüsselkräfte relevante Fähigkeiten in Krisenkommunikation, Szenarien-Planung, dem Führen virtueller Teams und akuten Kostenreduktionen. Dabei kommt es aber auch darauf an, die Mitarbeiter zu motivieren, regelmäßig zu informieren bzw. in den Dialog zu gehen, Existenzängste zu nehmen und auch das Zusammengehörigkeitsgefühl durch informelle Kommunikation zu stärken.

Coaches und Experten gibt es in extrem großer Zahl. Wie findet man jemanden, der zu einem passt und was, wenn der Funke nicht überspringt?

Keine Frage, damit ein Coaching erfolgreich ist, muss die Chemie zwischen Coach und Coachee stimmen. Denn abgesehen von der fachlichen Expertise und der methodischen Ausbildung des Coaches bzw. der Coach, hängt der Erfolg von Entwicklungsmaßnahmen auch davon ab, wie gut Coach und Coachee „matchen“ bzw. zusammenarbeiten. Als Plattform bietet Haufe Coaching hier einen „persönlich-digitalen“ Auswahl- und Matchingprozess aus einer Community von über 450 Top Business Coaches und begleitet den gesamten Coachingprozess bis hin zur Erfolgskontrolle. Da spielen neben fachlichen Matching-Kriterien wie Sprache, Ausbildung oder Methodenkompetenz auch persönliche Präferenzen eine Rolle. Soll der Coach besonders humorvoll sein? Analytisch und logisch vorgehen, mit mir Entscheidungsbäume aufzeichnen? Oder mich lieber mit kreativen Methoden aus meiner täglichen Business-Routine herausholen? Soll er*sie mir hauptsächlich zuhören – oder mich stark fordern? All jene oft unbewussten Erwartungen an einen Coach erheben wir und ziehen diese dann auch beim Matching heran. Und sollte trotz sorgfältiger Auswahl der „Funke mal nicht überspringen“, finden wir natürlich trotzdem eine Lösung. Denn am Ende geht es uns darum, echten Wert zu stiften – oder wie wir gerne sagen: Wirkung zu entfalten. Und dafür braucht es dann doch noch mehr als einen einfachen Matching-Algorithmus.

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