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Austria makes sense

12.09.2021

Am 1. Oktober startet in Dubai die Expo 2020 unter dem Motto „Connecting Minds, Creating the Future“. Mit einem Jahr Verspätung, dafür mit gleichem Namen. Die Erwartungen der Wirtschaft sind so groß wie der Mega- Event selbst. Ein Überblick.

DIE EXPO 2020 IM ÜBERBLICK

THEMA DER EXPO Connecting Minds, Creating the Future UNTERTHEMEN Mobility, Sustainability, Opportunity LAUFZEIT: 01.10.2021 bis 31.03.2022 GRÖSSE DES GELÄNDES 438 Hektar ERWARTETE TEILNEHMER 190 Länder ERWARTETE BESUCHER 25 Millionen, davon 70 % aus dem Ausland

Eine echte Premiere wartet auf ein Millionenpublikum aus aller Welt, denn zum ersten Mal in der 170-jährigen Geschichte der Weltausstellungen findet die Expo in einem arabischen Land statt. Erwartet werden bis zu 25 Millionen Besucher. Mehr als 190 Länder und Organisationen werden die Gelegenheit nutzen, dem Fachpublikum Impulse und Innovationen zu den Themenclustern Opportunity, Mobility und Sustainability zu präsentieren. Mitten drinnen auch der österreichische Beitrag mit dem Motto „Austria makes sense“. Er zeigt ein ganzheitliches Konzept, das Mensch, Technologie und Umwelt verbindet. Ersichtlich soll dieser Anspruch schon anhand des auffälligen und vor allem nachhaltig geplanten Pavillons sein. Er vereint traditionelle Bauweisen aus Lehm mit modernster Technik und fungiert als interaktives Schaufenster für die Innovationskraft und Vielfalt Österreichs. Im Inneren des Gebäudes laden zwei Ausstellungen ein, Lösungen und Produkte „made in Austria“ zu entdecken, die Sinn machen.

KRÄFTIGER SCHUB FÜR DIE HEIMISCHE WIRTSCHAFT ERHOFFT

„Auf der Expo 2020 in Dubai werden, abhängig von der weltweiten Eindämmung der Pandemie, bis zu 25 Mio. Besucherinnen und Besucher erwartet, das bietet uns die Möglichkeit, die Wirtschaft Österreichs einem internationalen Publikum bestmöglich zu präsentieren und zukünftige Wirtschaftspartner auf uns aufmerksam zu machen. Jeder zweite Arbeitsplatz in Österreich hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Über 50 % der österreichischen Wirtschaftsleistung werden im Handel mit fernen Märkten verdient. Unter diesen Vorzeichen kann die Expo als Turbo für die heimische Wirtschaft wirken“, betont Wirtschafts- und Standortministerin Margarete Schramböck. Dementsprechend sind auch die Ziele Österreichs gesteckt. Laut Schramböck gilt es vor allem, neue Aufträge für Unternehmen an Land ziehen und damit Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen. Ziele, die vor allem für ein erfolgreiches Comeback der heimischen Wirtschaft wichtig werden.

Ist doch der Export der zentrale Konjunkturmotor und Treiber für Wachstum und Beschäftigung. Fast jeder zweite Job ist direkt oder indirekt vom Export abhängig, wie Zahlen der Außenwirtschaft Austria belegen. Aus gutem Grund. „Österreich ist dank herausragender Leistungen seiner Unternehmen ein wichtiger Player am globalen Markt“, wie Schramböck betont. In den vergangenen Jahren gab es darum auch einen regelrechten Exportturbo, der allerdings durch Covid-19 stark gebremst wurde. Ein Umstand, den die Wirtschaftsministerin schleunigst wieder ändern will. Dass die Kosten von rund 18 Millionen Euro für die österreichische Teilnahme wirklich gut investiert sind, steht für Wirtschaftskammer und Ministerium somit fest. Schon allein, weil sich Österreichs Betriebe in den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) entsprechend gut positionieren können. Was für jede Menge Aufträge sorgen soll.

VAE ALS WIRTSCHAFTSPARTNER AM GOLF

„Dubai ist für österreichische Unternehmen der ideale Standort, um neue Märkte in den Golf-Staaten und in Afrika zu erobern. Schon jetzt sind zahlreiche Betriebe aus Österreich vor Ort aktiv, und dabei gibt es viele Erfolgsgeschichten. Die Unternehmen profitieren von der sicheren Infrastruktur und der wachsenden wirtschaftlichen Verflechtung“, ist WKO-Präsident Harald Mahrer überzeugt. Die Teilnahme an der Expo 2020 in Dubai ist aus seiner Sicht eine einmalige Gelegenheit, neue Marktchancen zu nützen und für die heimische Wirtschaft so wichtige Themen wie Nachhaltigkeit und Greentech zu platzieren sowie Österreich als innovativen Dienstleister zu präsentieren.

HILFE BEIM INTERNATIONALISIEREN

Unterstützung beim Schritt in die Region erhalten Unternehmen über die Internationalisierungsoffensive go-international, die gemeinsam vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und der WKO umgesetzt wird. „Wir begleiten österreichische Unternehmen bei der Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit durch die Initiative mit 25,6 Mio. Euro“, erklärt Schramböck. Eine Investition, die sich ebenfalls rechnen dürfte. Haben doch jene Unternehmen, die bereits durch go-international Unterstützung erhalten haben, bislang 1,4 Millionen Arbeitsplätze abgesichert und 31 % der österreichischen Wertschöpfung generiert, wie das Ministerium vorrechnet. Die allergrößten Chancen für heimische Unternehmen im Export bestehen laut Wirtschaftskammer aktuell in den Bereichen Industrielle Diversifikation, Gesundheitssektor, Energiesektor, Lebensmittel und Getränke, Software und Design und Lifestyle. Große Bedeutung kommt in der heimischen Wirtschaft traditionell natürlich auch dem Tourismus zu. Ziel des Expo-Auftritts ist es daher auch, Touristen aus den VAE und den anderen Golfstaaten anzusprechen und diese bald wieder in Österreich begrüßen zu können.

VIELSEITIGES WIRTSCHAFTSPROGRAMM

Während der sechsmonatigen Weltausstellung werden österreichische Delegationen aus den Bundesländern und auch Wirtschaftsmissionen in Dubai erwartet. Der Österreich-Pavillon ist dabei eine wichtige Plattform für die geplanten Aktivitäten. Für heimische Firmen und Delegationen steht im Pavillon ein VIP-Bereich für eigene Veranstaltungen zur Verfügung, um sich auszutauschen. Die geplanten Wirtschaftsmissionen zu Themen wie Ernährung, Greentech, Sicherheit und Raumfahrt beinhalten Programmpunkte wie beispielsweise den Besuch von Leitmessen, B2B-Treffen, Workshops, Termine bei Behörden und Entscheidungsträgern, aber auch den Besuch von Firmen. Auf diesen Reisen erhält man als künftiger Technologiepartner oder Zulieferer die Möglichkeit, den Markt zu erkunden.

PAVILLON ALS INNOVATIONSZENTRUM

In einer vertiefenden, temporären Ausstellung werden 53 ausgewählte Innovationen, die österreichischen Erfindergeist widerspiegeln, im iLab – der Wissensplattform im Inneren des Österreich- Pavillons – präsentiert. In sogenannten Innovation- Towers werden diese digital in Videos und auch physisch durch Exponate gezeigt. Durch diese Ausstellung wird offenbar, wie heimischer Einfallsreichtum dazu beiträgt, die Zukunft positiv und nachhaltig zu gestalten. Gleichzeitig zeigt sich hier auch die Vielfalt der österreichischen Unternehmenslandschaft: Der Bogen spannt sich von Traditionsbetrieben über Start-ups und KMU bis hin zu Forschungsinstitutionen.

Die temporäre Ausstellung wird in zwei Phasen mit diesen vier Cluster-Themen ablaufen: Digital Opportunities und Smart City, New Materials, Health & Life Science sowie Digital Security.

Ein Wechsel der Objekte soll nach drei Monaten erfolgen. In den einzelnen Clustern haben bis zu sieben Unternehmen, Entrepreneure und Forschungseinrichtungen, die sich in ihrer Arbeit zu den SDG Goals der UN bekennen, die Möglichkeit, sich einem internationalen Millionenpublikum zu präsentieren. Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, dass die Pandemie dem internationalen Austausch keinen Strich durch die Rechnung macht.

Autor/in:
Mag. Stephan Strzyzowski
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