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Gibt es zukunftsweisendes Konzept/Gesamtstrategie zur Entwicklung von Weltklasse-Schwimmern in Österreich?

Außer Spesen…

22.08.2012

Das Abenteuer Olympia kostete viel Geld, gebracht hat es nichts. Jetzt wird hastig nach Schuldigen und nach neuen Konzepten gesucht. Ob sich auch substantiell etwas ändern wird, darf bezweifelt werden. Einen ersten Testfall dafür stellen die anstehenden Wahlen im OSV (Schwimmverband) an.

 Eine aktuelle Studie der Meinungsforschungsagentur Peter Hajek Public Opinion Strategies zeigt eine große Enttäuschung, was die Ergebnisse der österreichischen Sportler bei der Olympiade in London angeht. Genau 42% der Befragten sind mit dem Abschneiden kategorisch gar nicht zufrieden. Andere 28% zeigen sich „weniger zufrieden“. Nur 14% sagen, dass sie mit dem Abschneiden des österreichischen Teams auskommen können. Besonders unzufrieden sind die Männer und die älteren Menschen. Unbefriedigend für die Befragten sind auch die Ergebnisse bei den Schwimmdisziplinen. Genau 32% der befragten Personen sagen, dass sie „gar nicht zufrieden“ sind, weitere 31% geben an, dass sie „weniger zufrieden“ sind. Die anderen Angaben: 18% sind eher zufrieden, 3% sind sehr zufrieden und 16% haben keine Antwort gegeben.

 

Beim Schwimmen liegen Freud und Leid oft nur Zentimeter auseinander. Der Olympische Sport hat Österreich in den letzten Jahren einigen Erfolg gebracht. Doch spätestens seit London macht sich auch bei den Schwimmern Ernüchterung breit. Die offene Kritik an Funktionären durch Dinko Jukic wirft die Frage auf, ob es sich beim OSV nicht selbst um ein Haifischbecken handelt. Der Schwimmer wird vor ein „Verbandsgericht“ zitiert. Die Probleme kommen aber nicht von jungen Sportlern, sondern von verkrusteten Strukturen.

 

Der österreichischen Sportlandschaft fehlt eine Gesamtstrategie zur Entwicklung von Weltklasse-Schwimmern. So lautet das Fazit der Hajek Umfrage, die der aktuellen Debatte um Jukic auf den Grund geht.

Genau 50 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es kein Konzept zur Entwicklung des österreichischen Schwimmsportes gibt. Andere 36% haben keine Angabe gegeben. Nur 15% unterstützen die jetzige Situation. Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass neue, frische Kraft im österreichischen Schwimmverband nötig ist. Laut 69% der Befragten darf der alte Vorstand des Schwimmverbands bei der Wahl am 15. September nicht mehr kandidieren. Andere 23% haben keine Meinung. Nur 8 Prozent erachten es als sinnvoll, dass sich der jetzige Vorstand nochmals kandidiert, um weiterhin seine Erfahrung einzubringen.

 

Die Mehrheit unterstützt den Schwimmer Jukic

Laut den Ergebnissen unterstützen die Österreicher und die Österreicherinnen die Position von einem der erfolgreichsten nationalen Schwimmer und dem mehrmaligen Medaillen-Gewinner Dinko Jukic, der in den letzten Monaten den österreichischen Schwimmverband für seine unzureichenden Bemühungen um die Sportler kritisiert hatte. Schon vor den Olympischen Spielen in London hatte Jukic auf die mangelnde Infrastruktur für Spitzenschwimmer in Österreich aufmerksam gemacht.

Genau 76% von den Teilnehmer der Studie stellen sich hinter die kritische Aussage von Jukic und geben ihm recht. Andere 16% haben keine Meinung zu diesem Thema. Nur 8% aller Befragten möchten Jukic widersprechen. Auf die Frage: „Soll Jukic aufgrund seiner Kritik gesperrt werden?“, antworteten 80% der Interviewten eindeutig mit „Nein“. 15% machten bei dieser Frage keine Angabe. „Wir können eine breite Mehrheit in allen Bevölkerungsgruppen gegen eine Sperrung feststellen“, kommentieren die Meinungsforscher.

Trotz dem hohen Niveau an Unterstützung, glaubt die Mehrheit, dass die Kritik Jukic‘s zu keiner Veränderung führen würde. 74% der Personen, die an der Befragung teilgenommen haben, sagen, dass „alles beim Alten bleiben wird“. An einem Wechsel der Politik im Schwimmen glauben nur 9%. (red)

Autor/in:
Redaktion.DieWirtschaft
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