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7 Wege zu einem neuen Geschäftsmodell

05.04.2021

Manchmal funktioniert das Bestehende einfach nicht mehr. Dann ist es Zeit, sich über ein neues Geschäftsmodell Gedanken zu machen. Hier sind sieben Denkrichtungen.

1 ÄNDERE DEIN WERTANGEBOT

Netflix war ein braver DVD-Verleih. Dann war die Zeit der DVDs vorbei. Sang- und klanglos sterben? Nein, Netflix erfand sich neu als Streaming-Anbieter. Andere kratzten die Kurve vom Geräteverkäufer zum Geräteparkmanager (Hilti). Oder vom Geräteverkäufer zur Plattform, auf der gegen Entgelt auch andere verkaufen dürfen (App-Store). Oder andersrum, indem sie bisher zugekaufte Bestseller unter Eigenmarke nachproduzieren und auf ihrer Plattform mit schöner Spanne verkaufen (Optiker Wutscher).

2 ÄNDERE DEINE ZIELGRUPPE

Intel war austauschbar, solange es mit seinen Mikrochips nur Hersteller adressierte. Erst als es sich als Marke der Konsumenten positionierte („Intel inside“) und diese im Handel ausdrücklich Computer mit Intel-Innenleben verlangten, hatten es die Hersteller in der Hand.

3 ÄNDERE DEINEN VERTRIEBSKANAL

Nespresso im normalen Lebensmittelhandel? Die Luxuskapseln würden dem Preiskampf nicht standhalten. Doch mit selbst betriebenen „Boutiquen“ behielt man die Oberhoheit über die Customer-Experience – und rechtfertigt die Preise. Direktvertrieb ist immer eine gute Idee.

4 ÄNDERE DEINE KOSTENSTRUKTUR

Ventocom sagt nicht vielen etwas, HoT fast jedem. Aus langjähriger max.mobil-, Magenta- und tele.ring-Erfahrung wusste Gründer Michael Krammer, wie unglaublich kostenintensiv Mobilfunk ist. Nicht so, wenn man als Broker die Infrastruktur nur zukauft und an treue Kunden (hier Hofer) weiterverkauft. 

5 ÄNDERE DEINEN MARKT

Unzählige Craft-Biere machen es vor: Es ist fast unerschwinglich, einen Massenmarkt aufzurollen, man denke nur an die hohen Listinggebühren im Lebensmittelhandel. Vergleichsweise günstig ist es, eine kleine, aber lukrative Nische zu besetzen. Dort liegen deutliche höhere Spannen. Warum wohl kosten „Limited Editions“ immer mehr als das Standardangebot?

6 ÄNDERE DEINE CASHCOW

23andMe handelte mit DNA-Tests. Ein gutes Produkt, aber mühsam im Vertrieb an professionelle Labors. Bis man anfing, die Tests direkt an interessierte Endkonsumenten zu verkaufen. Der eigentliche Clou ist, die so gewonnene Datenbasis anonymisiert an Medizin, Pharma und Behörden weiterzuverkaufen. Eine Cashcow mit zwei Eutern sozusagen.

7 ÄNDERE DEINE EINNAHMENSTRUKTUR

Adobe Software nutzte man früher so lange, bis man sich eine neue Software leistete, meist Jahre später. Für Adobe bedeutete das ständig hohe Händler-, Akquise- und Werbekosten, und die Konkurrenz schlief nie. Mit der Cloud stellte man radikal um: Die Software kommt jetzt im Abo, gegen Jahresgebühr und mit regelmäßigen Updates. Die Einnahmen sprudeln laufend, der User ist gebunden – und die Konkurrenz schaut durch die Finger.

 

Autor/in: 

Mara Leicht

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