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50%iges Plus bei Exporthaftungen lässt Wirtschaftsstandort Österreich profitieren

25.04.2018

Exportabsicherungen und –finanzierungen signifikant gestiegen

Neben einer generell lebhafteren Investitionsdynamik der Unternehmen, war es vor allem der Außenhandel, der 2017 als Konjunkturtreiber der heimischen Wirtschaft agierte. Während das österreichische BIP um 3,0 Prozent wuchs, stieg die heimische Exportquote um 8,2 Prozent an. Diese Kraft ist auch in der Jahresbilanz der Oesterreichischen Kontrollbank AG (OeKB) sichtbar. Im Bereich der Exporthaftungen, welche die OeKB im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen für die Lieferung von Waren und Dienstleistungen österreichischer Exporteure oder für österreichische Direktinvestitionen betreut, gab es 2017 einen deutlichen Anstieg. Einem Volumen von 5,4 Milliarden Euro neu übernommenen Haftungen für Absicherungsgeschäfte österreichischer Exporteure im Ausland, stehen 3,6 Milliarden Euro aus 2016 gegenüber. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg auch das Finanzierungsvolumen im Vergleich zu den Vorjahren wieder an.

Wachstumsmotor Außenhandel

„Der Außenhandel stellt den Wachstumsmotor der österreichischen Wirtschaft dar. Diesen wollen wir gut geölt halten. Fördern wir den Export, stärken wir gleichzeitig den Wirtschaftsstandort und den Wohlstand in unserem Land. Die Exportabsicherungen und –finanzierungen, die die OeKB vergibt, setzen dabei einen wichtigen Impuls. Allein die 2017 um 16 Prozent gestiegenen Exportgarantien zeigen den Bedarf der Unternehmen an der Absicherung ihrer Auslandsgeschäfte und das damit verbundene Potenzial“, unterstreicht Helmut Bernkopf, Vorstandsmitglied der OeKB, die Bedeutung der heimischen Exportwirtschaft.

Russischer Markt am stärksten nachgefragt

Konkret wurden rund 1.000 neue Exporthaftungen übernommen. Die Exportgarantieneuzusagen beliefen sich 2017 insgesamt auf rund 1,6 Milliarden Euro. Bei den Exportmärkten führt im Ranking der Exporthaftungen Russland vor China, Indien, Brasilien und Indonesien. Neuzusagen in der Höhe von 5,3 Milliarden Euro wurden 2017 auch bei den Exportfinanzierungen getätigt. Das ist im Vergleich zum Jahr 2016 ebenfalls ein deutliches Plus von 18,3 Prozent. Das Volumen der Finanzierungszusagen und -promessen stieg auf 20,6 Milliarden Euro.

Belebter Kapitalmarkt

Genauso war die Marktbelebung am österreichischen Kapitalmarkt, für den die OeKB zentrale Dienstleistungen anbietet, spürbar. Allein der heimische Markt der Unternehmensanleihen lag mit einem Emissionsvolumen von 14,4 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 7,5 Milliarden Euro. Bei der OeKB-Meldestelle zum Emissionskalender wurden rund 2,4 Millionen Emissionen von Wertpapieren und Veranlagungen in Österreich eingetragen. Das entspricht einem Plus von 5 Prozent im Vergleichszeitraum. Eine kräftige Volumenssteigerung gab es auch bei der Vergabe der Legal Entity Identifier-Nummern, die seit Anfang 2018 für Kapitalmarktaktivitäten von Finanzmarktteilnehmern, die als juristische Person gelten, vorgeschrieben sind. Insgesamt wurden 10.881 Anträge bearbeitet (2016: 394).

„Exportwirtschaft und Kapitalmarkt sind für eine funktionierende Volkswirtschaft von großer Bedeutung. Ein gesunder Kapitalmarkt trägt entscheidend zur Unternehmensfinanzierung bei und bietet die Basis für viele Exportaktivitäten. So stellt die OeKB mit ihrem Geschäftsfeld der Kapitalmarkt Services eine moderne Infrastruktur für einen leistungsfähigen Kapitalmarkt zur Verfügung. Damit gelingt es uns den Wirtschaftsstandort Österreich mit mehreren Aspekten gleichzeitig zu stärken“, so Angelika Sommer-Hemetsberger, Mitglied des Vorstands der OeKB, wo sie für den Geschäftsbereich
Kapitalmarkt Services verantwortlich zeichnet.

Gelebter Open Innovation-Ansatz

Seit vergangenem Jahr ist die OeKB als Corporate Partner beim Wiener Start-up-Hub weXelerate engagiert. Dabei wird in mehrmonatigen Programmen mit ausgewählten Start-ups an konkreten Problemstellungen, vorrangig aus den Kerngeschäftsbereichen der OeKB, gearbeitet. „Der Open-Innovation-Ansatz von weXelerate hat sich bewährt. Start-ups übernehmen dabei projektbezogen die Rolle einer externen Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Das liefert vor allem für kleinere Häuser wie die OeKB den größten Mehrwert. Mit einem Start-up aus diesem Akzelerator prüfen wir bereits intensiv ein Kooperationsmodell“, erläutert OeKB-Vorstandsmitglied Angelika Sommer-Hemetsberger.

Hochtechnologiesektor mit Innovationskraft

Die Digitalisierung wirkt stark auf die Prozesse der Kundenbeziehungen ein und stellt neue Anforderungen an intelligente Abwicklungssysteme und Industriemaschinen. Für die Entwicklung von Produkten, die im Umfeld von Industrie 4.0 eingesetzt werden, braucht es spezielles Know-how. „Bereits 14 Prozent der österreichischen Exporte stammen aus dem Hochtechnologiesektor. Die Tendenz ist steigend und genau davon profitiert der Wirtschaftsstandort. Denn die rasche fachliche Weiterentwicklung in diesem Bereich birgt ein hohes Innovationspotenzial. Dieses zieht gut ausgebildete Facharbeiter an und erhöht Österreichs Innovationskraft“, betont Helmut Bernkopf die Chancen des digitalen Wandels.

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