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Pfarrer Peter Kilasara aus Tansania beim Trocknen von Kaffeebohnen: Novembermotiv des aktuellen Lavazza-Kalenders.

Vor Ort etwas tun

18.08.2015

Der Turiner Kaffeeröster Lavazza hat zum 120. Geburtstag und im Rahmen der Expo in Mailand seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgestellt

Giuseppe (l.) und Marco Lavazza

Auf einer Reise durch Südamerika 1934 sah Luigi Lavazza, der Gründer des Familienunternehmens in heute vierter Generation, wie unverkaufte Kaffeeernten vernichtet wurden. Das Erlebnis prägte ihn tief: „Ich möchte nicht Teil einer Welt sein, die die Schätze der Natur zerstört“, sagte er. Damit hat er ziemlich gut umschrieben, was man heute unter Nachhaltigkeit oder sozialer Verantwortung für Unternehmen (CSR) versteht. Und das können die heutigen Vice Chairmen Giuseppe und Marco Lavazza nur unterschreiben. Deshalb haben sie zum 120. Geburtstag und anlässlich der Expo in Mailand mit dem Motto „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Ein bisschen spät, befand der CSR-Experte Wayne Visser von der Universität Cambridge, den Lavazza zur Präsentation nach Mailand eingeladen hatte. Visser kritisiert am bisherigen Konzept von CSR, dass es nicht wirklich funktioniert habe. Ein integrierter Ansatz verspreche mehr Erfolg, und auf den setze auch Lavazza. Lavazza verknüpft klassische CSR mit Umweltmanagementsystem und Lebenszyklusanalyse.

Funktionierender CSR-Ansatz

Nicht nur konnte der Kaffeeröster seine Energiebilanz kontinuierlich verbessern, Lavazza engagiert sich auch vor Ort in Turin oder bei seinen Kaffeeproduzenten. Das neue Headquarter in einer alten Fabrik (Eröffnung 2016) wird in Turin ein ganzes Stadtviertel revitalisieren. Schon in der Planungsphase wurden Anwohner und Gemeinde einbezogen. „Wir gehören zur Stadt Turin, wir wollen nicht im Elfenbeinturm leben“, sagt Marco Lavazza im Gespräch mit der ÖGZ. „Wir wollen, dass die Menschen an Lavazza teilnehmen, damit sie verstehen, warum wir Dinge tun, wie wir sie tun.“ Das Gebäude wurde schon jetzt für das LEED-Zertifikat (Leadership in Enviromental and Energy Design) nominiert.

Zum Gesamtansatz gehört auch die Entwicklung einer kompostierbaren Kaffeekapsel – eine technisch sehr anspruchsvolle Aufgabe: „Das Material ist das Gleiche wie das Bio-Plastik von Einkaufstaschen“, erklärt Marco Lavazza. „Nur wird es weitaus mehr strapaziert: Es darf beim Brühen nicht schmelzen und muss 9 Bar Druck aushalten.“ Das Ergebnis schmeckt wie aus einer konventionellen Kaffeekapsel, wie wir uns überzeugen konnten. 
Ebenfalls nachhaltig im besten Sinne ist die Hilfe, die Lavazza vor Ort bei den Kaffeebauern leistet: „Wir können den Bauern helfen, eine bessere Qualität zu produzieren“, sagt Marco Lavazza. „Wir müssen ihnen zuhören, was sie wirklich brauchen. Man muss vor Ort sein, zum Beispiel mit dem von uns unterstützten Slow-Food-Projekt Earth Defenders und unserem eigenen Projekt !tierra!.“ Die „Verteidiger der Erde“ sind auch die Stars des aktuellen Lavazzakalenders von Steve McCurry. Zum Beispiel Pfarrer Peter Kilasara in Tansania (siehe Foto), der im Namen einer kleinen Gemeinschaft von Kaffeebauern Kontakt zu Lavazza aufgenommen hatte. Sie wurde in das Projekt !tierra!, Lavazzas Nachhaltigkeitsinitiative für hochwertigen Kaffee und verbesserte Produktionsbedingungen, aufgenommen. Man schaffte Gerätschaften zur Verbesserung und Vereinfachung der Produktionsbedingungen an und baute Wohnhäuser und eine Schule. Heute sind die Bauern in der Lage, ohne externe Hilfe einen hochwertigen Kaffee zu produzieren. Und sie erhalten praktische Unterstützung bei der Ausbildung ihrer Kinder. Das nutzt ihnen, den nachfolgenden Generationen – und letztlich auch Lavazza und uns allen. Dieser Kaffee wird nicht unverkäuflich sein und wird nicht vernichtet werden. www.lavazza.at

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