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Teil 3: Gut oder korrekt leben?

05.12.2014

Als Unternehmerin und als Unternehmer fällen wir täglich sehr persönliche Lebensentscheidungen. Diese können auch ein Anstoß sein, unsere geschäftlichen Entscheidungen künftig zu verändern. Eine Gedankenübung, angeregt durch den Vortrag des Philosophen Robert Pfaller im Rahmen der WU Nachhaltigkeitskontroverse Anfang November in Wien.

Unter dem Titel „Gut leben oder korrekt leben?“ ging es bei der  WU Nachhaltigkeitskontroverse im November um die Frage „Wofür es sich zu leben lohnt“.

Der unterhaltsame und kurzweilige Vortrag des PhilosophenRobert Pfaller beginnt mit der Aufforderung, die Frage „Wofür es sich zu leben lohnt“ als „gymnastische Übung“ des Denkens zu verstehen. Es gehe um die Glücksfähigkeit des Menschen und um die eigene Handlungsermächtigung.  Die Forderung, Vernunft vernünftig einzusetzen, Gesundheit im gesunden Maß und Mäßigung maßvoll zu betreiben, ist durchaus nachvollziehbar – und soll Reboundeffektevermeiden helfen. Soweit, so klar.

Leider bedient  Herr Pfaller einige Klischees,  indem er etwa „die Veganer“ als Leute, die mit ihrem „Suppenteller die Welt retten wollen“ in ein ideologisch festgefahrenes Eck drängt. Man könnte Veganer ebenso gut als mündige BürgerInnen, welche die von ihm geforderte Freiheit der Wahl nützen, sehen. Pfaller empfiehlt dagegen den Genuss von„Schweinereien“  (Schnitzel, Schweinsbraten & Co) als Sinnbild für die Glücksfähigkeit des Menschen.

Hedonist Pfaller mag zwar zweifelsohne die richtige Diagnose stellen, nämlich, dass es sich in den 1970er Jahren angstfreier und unbeschwerter leben ließ. In seiner Schlussfolgerung liegt aber ein Denkfehler. Denn unsere Handlungsermächtigung liegt ja gerade darin, unser eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. In diesem Beispiel lautet die Frage: was bewirkt Fleischkonsum, woher kommt der Tofu (auch dieser kann umwelt- und gesundheitsgefährdend hergestellt werden)?

Der Versuch, nachhaltig korrekt zu leben, ist ein Weg, um für sich persönlich Sinn zu schaffen und damit auch Glück erleben zu können. Vielleicht lebt es sich ja als regional einkaufender Flexitarier am besten – zwar nicht unbeschwert aber ganz im Sinne einer Ausgewogenheit der Drei Säulen der Nachhaltigkeit: ökologisch und gesellschaftlich verträglich und ökonomisch machbar.

Wenn wir den Nachhaltigkeitsdiskurs führen, müssen wir uns schlicht die Frage stellen: wie können wir zur nachhaltigen Entwicklung beitragen? Wie die Welt etwas besser zurücklassen, als wir sie vorfinden? Dies zumindest zu versuchen, macht uns handlungsfähig, erscheint sinnstiftend und kann auch glücklich machen. Dafür lohnt es sich doch zu leben. Und am Anfang jeder erfolgreichen Geschäftsidee steht doch eine persönliche Überzeugung, oder?


Über die Autorin:

Alexandra Adler ist Geschäftsführerin von WEITSICHT – büro für zukunftsfähige wirtschaft und CSR-Beraterin des Österreichischen Wirtschaftsverlages/Medizin Medien Austria

[email protected]

Autor/in:
Alexandra Adler
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