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Platz 1 ist nur eine Momentaufnahme - wer stehen bleibt wird nach hinten durchgereicht.

Platz 1 für Österreich im Nachhaltigkeitsranking

20.09.2017

Seit 2005 bewertet die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die Umweltsituation in den 28 EU-Mitgliedsstaaten. Österreich verbesserte sich gegenüber dem Ranking aus 2015 von Platz 3 auf Platz 1.

Die Bewertung setzt sich aus 56 Einzelrankings zusammen - von Abfall über biologische Vielfalt, Energie, Klima, Luftreinhaltung, Mobilität, Ressourcen, Umweltmanagement bis Wasser. Die „Goldmedaille“ des Nachhaltigkeitskontests 2017 geht an Österreich, wie Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ-Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, und Christoph Haller, Nachhaltigkeitskoordinator der WKÖ, in einem Pressegespräch sagten. 

Beim vorherigen Ranking 2015 lag Österreich hinter Schweden und Dänemark auf dem dritten Platz. Dabei sind die 5 Top-Platzierten (neben diesen drei Ländern sind das Schweden und Italien) wie schon in den vorherigen Rankings im Gesamtergebnis sehr nahe beieinander. „Das zeigt, dass Verbesserungen auf diesem hohen Niveau oft nur in kleineren Schritten möglich sind“, hielt Haller fest. „Die in den letzten 10 Jahren dazugekommenen EU-Mitgliedstaaten machen konstant gute Fortschritte. Die Performance der Nachzügler hat sich in einzelnen Umweltbereichen stark verbessert. Dafür sind die ökologischen Mindestlevels der Europäischen Union verantwortlich, denen sich die Länder stetig annähern“, so Haller. Dadurch kommt es auch zu einer - für die Wirtschaft erfreulichen - langsamen Angleichung der Produktionskosten.

Pfeiler des rot-weiß-roten Erfolges

Der anhaltende Erfolg Österreichs im Bereich des Umweltschutzes liegt einerseits in den hohen Umweltinvestitionen der Wirtschaft und der öffentlichen Hand über einen sehr langen Zeitraum, andererseits in der stark entwickelten Kompetenz im Bereich betriebliches Umweltmanagement begründet, betonte Stephan Schwarzer. Zwei Drittel der österreichischen Investitionen stammen von der Wirtschaft. Die EU steuert 2,5 % bei.

Zukünftige Handlungsfelder

Viele Herausforderungen der Vergangenheit wurden durch Investitionen gelöst, und für das Erreichen der gesteckten Energie- und klimapolitischen Ziele werden in den nächsten Jahren große Beträge investiert werden müssen, so der WKÖ-Experte. Dazu braucht es langfristig angelegte staatliche Anschubprogramme, welche die erforderlichen privaten Investitionen auslösen. Schwarzer: „Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind investorenfreundlicher zu gestalten, Bremsen sind zu lösen.“ Schwarzer fordert eine Streichung der Eigenstromsteuer, zusätzlicher Genehmigungen für Solaranlagen und praktikable Rahmenbedingungen für die Errichtung von Ladestationen, um E-Mobilität in der Breite überhaupt erst zu ermöglichen. Eine große „Baustelle“ ist nach wie vor die Gebäudesanierung. Schwarzer: „Die derzeitigen Förderprogramme sind nicht zukunftsträchtig und müssen besser auf die Bedürfnisse von Investoren zugeschnitten werden.“

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