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Hali Geschäftsführer Günther Marchtrenker

Hali macht Blau

09.07.2015
CSR

Der Österreichische Büromöbelhersteller setzt voll auf Nachhaltigkeit und verpasst sich mit "Blue Office" eine neue Ausrichtung. Beim Launch überraschte Hali mit einer aktuellen Analyse des Büromöbelmarktes.

"Das ist heute ein ganz wichtiger Tag in der Firmengeschichte", sagt Inge Hiebl mit gespannter Vorfreude, während sie am Steuer des elektrischen Firmenautos dreht, um Journalisten nach Eferding in OÖ zu bringen, dem Stammsitz des Büromöbelherstellers Hali. "Man sieht schon unser Heizkraftwerk", erklärt die Nachhaltigkeitsmanagerin stolz, als hinter einem Hügel zunächst ein Schornstein und schließlich das Werksgelände zu sehen ist. „Der Verschnitt aus der Möbelproduktion wird bei uns thermisch verwertet, was den Bezug von Gas komplett erspart“, so Hiebl. Über den Hallen prangt noch das bekannte rote Hali Logo, doch das hat ab heute ausgedient: Hali macht jetzt blau.

Nachhaltigkeit als Kerngeschäft

Unter dem Motto "Hali Blue Office" stellt das Unternehmen seinen Markenauftritt komplett um, als vorläufigen Höhepunkt zahlreicher bereits umgesetzter Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Dass es sich dabei nicht um ein plumpes Umfärben aus Imagegründen handelt, unterlegt Geschäftsführer Günther Marchtrenker in der folgenden Pressekonferenz mit Zahlen und Fakten, die allesamt Teil einer umfassenden CSR Strategie sind. "Unser gesamtes wirtschaftliches Handeln ist klar auf Zukunftsorientierung, Nachhaltigkeit und den ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt ausgerichtet", erklärt Marchtrenker, der sich Familienbetriebe zum Vorbild nimmt, die nicht in Quartalszahlen, sondern in Generationen denken.
Das Unternehmen ist bereits seit 2013 Partner im "klimaaktiv pakt2020" und hat sich Mindestzielvorgaben unterworfen, die bereits jetzt erreicht wurden. Doch das war den Eferdingern zu wenig. Die ganzheitliche CSR Strategie beinhaltet heute alle Handlungsfelder, vom Kunden, über die Mitarbeiter und die Produktion bis zu den hintersten Winkeln der Lieferketten. Die Liste der bereits umgesetzten, als auch der noch in Entwicklung befindlichen Projekte, ist lang und soll 2016 in einem ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht werden. Gedreht wird an praktisch allen CSR Schrauben: Energie aus Wasserkraft, Energiemonitoring, Strom sparende High-Tech Maschinen, Abfallreduktion, Reduktion bei Verpackungsmaterial, ökologische Auswahlkriterien für Lieferanten, Betriebliche Gesundheitsforderung, Aus- und Weiterbildungsprogramme, Elektrifizierung des Fuhrparks und vieles mehr. Insgesamt versteht sich Hali dadurch schon jetzt als nachhaltigster Büromöbelhersteller Österreichs, als Technologie- und Marktführer. „Damit machen wir uns auch fit für die ab 2017 geltende EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die uns als Zulieferer großer Betriebe treffen wird“, erklärt der Hali Geschäftsführer einen zusätzlichen Benefit.

Büromöbelmarkt hart umkämpft

Die hauchdünne Marktführerschaft am heimischen Büromöbelmarkt wurde Hali aktuell durch das "Branchenradar Büromöbel in Österreich 2015" bestätigt, einer Erhebung des Consultingunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner. Sie sieht Hali erstmals knapp mit einem Prozent Vorsprung vor Mitbewerber Bene an erster Stelle. Der Sprung an die Spitze sei nicht zuletzt dank gewonnener Aufträge der öffentlichen Hand (Bundesbeschaffung) sowie der ÖBB, für die Hali die neue Konzernzentrale am Wiener Hauptbahnhof einrichtet, gelungen. Insgesamt zeigt das Branchenradar, dass der Büromöbelmarkt seit 2011 rückläufig ist. Laut Marktanalyse von Kreutzer, Fischer & Partner ist der Markt, bereinigt um Preiserhöhungen, in den letzten beiden Jahren sogar um 15% eingebrochen. Die Ursache sieht man vor allem im Behördenmarkt und am Finanzsektor. Einzig die Nachfrage aus Industrie und Gewerbe verzeichne ein Plus von fast 6% in 2014, so die Studie.
Den Markt in Österreich teilen sich im Wesentlichen sechs große heimische Anbieter: Hali, Bene und Neudörfler führen das Feld an gefolgt von Svoboda, Wiesner Hager und Blaha. Insgesamt gingen 7% des Marktanteiles seit 2008 an deutsche Anbieter verloren. Laut Kreutzer-Studie werden mittelfristig ausländische Büromöbelmarken weiter Martanteile dazugewinnen, was in einem „Marketingversagen der österreichischen Büromöbelhersteller“ liege. Bei Hali will man dem entgegensteuern, als neuer „Market Maker“ auftreten und das Thema Büromöbel wieder stärker als Teil der Lebenswelt der Menschen emotionalisieren. Günther Marchtrenker formuliert das so: „Wir haben eine Vision für die Zukunft formuliert. Mit dem Blue Office Konzept setzen wir einen weiteren Meileinstein in unserer Unternehmensgeschichte am Weg zum nachhaltigsten Büromöbelhersteller Österreichs“.

Autor/in:
Stefan Böck
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