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GS1 lebt soziale Nachhaltigkeit

13.07.2015

Die freiwillige Mitarbeit in den SOMA-Märkten unterstützt stark das Versorgungskonzept für armutsgefährdete Menschen in Österreich. Helfende Hände sind immer gefragt.

Helfen direkt vor Ort (v.  l. n. r.): Raimund Waginger (GS1 Austria), Nazife Menekse (Marktleiterin SAM NÖ/Mödling), Gregor Herzog (GS1 Austria).

Seit Gründung des ersten SOMA-Sozialmarktes in Linz 1991 durch Gerhard Steiner und sieben anderen Kolleginnen und Kollegen ist das Angebot an günstigen Lebensmitteln für armutsgefährdete Menschen in ganz Österreich stark gewachsen. Viele anspruchsberechtigte Menschen, die mit weniger als 946 Euro pro Monat auskommen müssen, nutzen das abwechslungsreiche Sortiment der 35 SOMA-Österreich-&- Partner-Läden für ihren Einkauf. 
„Der Bedarf an günstigen Lebensmitteln ist groß, Kooperationen mit weiteren Lieferanten immer wünschenswert“, beschreibt Sandra Simonis aus der SOMA-Zentrallogistik ein wichtiges Anliegen. Die Unternehmen ersparen sich mit ihrer Warenspende die kostenpflichtige Entsorgung von abgelaufener Ware. Zudem werden Langzeitarbeitslose oder schwer vermittelbare Menschen als Mitarbeiter in den SOMA-Läden eingesetzt und erfahren dadurch Wertschätzung und einen Platz in der Gesellschaft. Nicht zuletzt wird auch die Umwelt geschont, indem Abfall vermieden wird. So entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Die Betriebe werden derzeit durch freiwillige Mitarbeiter unterstützt, die regelmäßig in den SOMA-Märkten in ganz Österreich mitarbeiten und ohne die das SOMA-Konzept nicht umsetzbar wäre. 

Start der Zusammenarbeit startete 2010

Schon 2010 wurde in einer intensiven Zusammenarbeit zwischen SOMA Österreich und der ECR (Efficient Consumer Response) Austria-Arbeitsgruppe „Soziale Nachhaltigkeit“ ein Leitfaden zur Weitergabe von Lebensmitteln erarbeitet. In diesem wird genau definiert, welche Lebensmittel von Herstellern oder Händlern weitergegeben werden dürfen, welche rechtlichen Aspekte zu beachten sind und wie die logistischen Herausforderungen gelöst werden können. 

Zehn Prozent werden gespendet

Der Bericht trug nicht nur zur Bekanntheitssteigerung der Sozialmärkte bei, sondern hatte auch einen maßgeblichen Anstieg der zur Verfügung gestellten Waren zur Folge. In einer weiteren ECR-Arbeitsgruppe zum Thema Abfallwirtschaft wurde in einer Studie der BOKU Wien gemeinsam mit ca. 80% des österreichischen Handels festgestellt, dass heute bereits 10% der nicht mehr im Handel verkäuflichen Ware an Sozialmärkte gespendet wird. ECR Austria, eine Initiative im Rahmen von GS1 Austria mit 116 Mitgliedern aus dem Handel, Herstellern und Dienstleistern, ist eine Plattform zur Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette.

Weihnachtsaktion für SOMA

2013 startete GS1 Austria erstmals eine Weihnachtsaktion, bei der die Kunden per Mausklick entscheiden konnten, wie viel Geld an Menschen gespendet werden soll, die harte Zeiten durchleben. Für jedes Voting auf der GS1-Austria-Webseite wurden fünf Euro an die Organisation SOMA Österreich & Partner überwiesen. Insgesamt kam ein Betrag von 4935 Euro zusammen. SOMA-Gründer und Vorstand Gerhard Steiner freute sich nicht nur über die Spende, sondern auch über die Aufmerksamkeit, die das Thema dadurch bekommen hat. „Ich wurde sowohl von Industrie als auch Handel mehrmals auf diese Weihnachtsaktion angesprochen“, so Steiner.

GS1-Austria-Mitarbeiter engagieren sich in den Sozialmärkten

Auch dieses Jahr wollte GS1 Austria wieder helfen. So wurde ein innovatives Sozialprojekt initiiert: In der Weihnachtszeit konnten die Besucher der GS1-Austria-Website durch Klicks Stunden sammeln, in deren Ausmaß die GS1-Mitarbeiter im ersten Halbjahr 2015 ehrenamtlich in SOMA-Sozialmärkten in Wien und Umgebung mitarbeiteten. Insgesamt wurde ein Zeitvolumen von 194 Stunden gesammelt. „Wir wollten mit dieser Aktion ein Zeichen für Menschlichkeit setzen und uns für diejenigen engagieren, denen es nicht so gutgeht“, erläutert GS1-Austria-Geschäftsführer Gregor Herzog den Hintergrund des Projekts. Die Mitarbeiter wurden für die Zeit, die sie in einem SOMA-Sozialmarkt aushalfen, von ihren regulären Tätigkeiten freigestellt und haben sich in unterschiedlichen Bereichen in den Sozialmärkten eingebracht, wie beispielsweise bei der Abholung der Ware in den Supermärkten, dem Aussortieren und Aufbereiten für den Verkauf oder dem Ein- und Nachschlichten der Regale. „Obwohl manche Kollegen anfangs noch etwas skeptisch waren, haben sich alle – von der Geschäftsführung bis zur Assistenz – zur Mitarbeit bereiterklärt. Nach ihrem Einsatz waren sie begeistert von der Arbeit, die in den SOMA-Märkten geleistet wird, und von dem Beitrag, den wir dazu beisteuern durften. Eine tolle Erfahrung“, freut sich Daniela Springs, Marketingleitung bei GS1 Austria, über die gelungene Aktion.

Helfen Sie mit

Möchten auch Sie helfen und SOMA Österreich & Partner durch Warenspenden oder Ihre Mitarbeit unterstützen? Dann wenden Sie sich bitte an:

Sandra Simonis
SOMA Österreich & Partner
E: office@somaundpartner.at
M: 0664/111 43 27
www.somaundpartner.at

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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