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Fairtrade zeigt, dass ein nachhaltiges Wirtschaftssystem ohne Ausbeutung möglich ist

Fairer Handel wichtiger Faktor für Nachhaltigkeit

30.09.2020

Am 25. September jährte sich zum fünften  Mal die Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die Sustainable Development Goals (SDG). Bei der Umsetzung spielt neben dem Klimaschutz auch der faire Handel eine entscheidende Rolle. Fairtrade fordert daher zusätzliche politische Maßnahmen.

Die 2015 verabschiedeten UN-Nachhaltigkeitsziele sind, gemeinsam mit dem Pariser Klimaabkommen, die Basis, um die Weltwirtschaft neu zu gestalten und nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweisen zu etablieren. Die aktuelle Klimakrise und die steigenden Zahlen an Hungernden weltweit zeigen allerdings, dass ambitionierte Ziele alleine nicht ausreichen.

Konkrete Umsetzung

Es braucht die konkrete Umsetzung. Eine entscheidende Rolles spielt dabei Fairtrade, wo angemessene Löhne und Einkommen, stärkere Frauenrechte und Umweltschutz seit den Anfängen Schwerpunktthemen sind. Vor allem bei der Umsetzung von SDG 12, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion, ist Fairtrade ein wichtiger Faktor. Aber auch der Schutz des Klimas, SDG 13, ist ohne Handelsgerechtigkeit nicht denkbar. „Die Klimakrise betrifft genau jene am stärksten, die ohnehin am wenigsten von den globalen Lieferketten profitieren – die Kleinbauernfamilien und Beschäftigten in den Ländern des Globalen Südens“, erklärt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich.

Rasche Gegenmaßnahmen

„Die Klimakrise mit steigenden Wetterextremen und sich verändernden Erntezyklen bedrohen schon heute die Einkommensgrundlage vieler Menschen. Niedrige Weltmarktpreise wie zum Beispiel bei Kaffee verschärfen die Situation zusätzlich. Darüber hinaus haben wir alle die Corona-Pandemie noch nicht überstanden. In Ländern mit schlechtem Gesundheits- und Sozialsystem sind auch hier die Folgen besonders stark. Daher müssen wir jetzt handeln und dürfen nicht auf bessere Zeiten warten“, warnt Kirner. Ohne rigorose Anpassungsmaßnahmen könnte die Klimakrise bis 2030 voraussichtlich mehr als 100 Millionen Menschen im Globalen Süden unter die Armutsgrenze drängen. Besonders Kleinbauernfamilien in den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas treffen Klimaschwankungen und damit einhergehende Ernteeinbußen besonders hart. Fairtrade appelliert daher auf ein schnelles Gegensteuern.

Steuerliche Anreize

Dass ein nachhaltiges Wirtschaftssystem ohne Ausbeutung möglich ist, zeigt Fairtrade in Österreich seit mehr als 25 Jahren. Um den Kreislauf globaler Ausbeutung nachhaltig zu durchbrechen, braucht es jedoch zusätzliche politische Maßnahmen. Ein starkes Lieferkettengesetz würde gleiche Bedingungen für alle Unternehmen schaffen und dafür sorgen, dass Konsum künftig weder auf Kosten von Produzentenorganisationen, noch auf Kosten engagierter Unternehmen geht. Auch strenge Umweltstandards könnten mithilfe eines solchen Gesetzes eingefordert werden. Eine weitere Maßnahme wären steuerliche Anreize für faire Produkte. Eine Steuerbefreiung würde preisliche Anreize für nachhaltigen Konsum schaffen. (ar)

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