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 FLOTT: Das Laborfahrzeug Optifuel Lab 2 legt sich in die Kurve.

Es wäre fast alles schon da …

17.08.2015

Bei seinen „Efficiency Days“ präsentierte Renault Trucks zahlreiche alternative Antriebe und Spritspar-Technologien. Kaufen kann man davon noch wenig.

Sparsamer Kraftstoffverbrauch, Energieeffizienz sowie alternative Antriebe für weniger CO2-Emissionen und eine Verringerung der Abhängigkeit vom Erdöl stehen auch bei den Entwicklungsabteilungen der Nutzfahrzeughersteller zu Recht ganz oben auf der Prioritätsliste. 
Im nahe von Lyon gelegenen Test Center „La Valbonne“ präsentierte Renault Trucks unlängst sein umfangreiches Angebot an Lkw, die einen Beitrag zum Erreichen der eingangs erwähnten Ziele leisten könnten. Die umfangreiche „Speisekarte“ der zum Testen bereitstehenden Antriebskonzepte reichte dabei von Erdgas über drei verschiedene Arten der Elektromobilität (konventionell, Brennstoffzelle mit Wasserstoff und Elektro mit Range Extender) bis zum Mitfahren im futuristischen Sattelzug-Laborfahrzeug „Optifuel Lab 2“. Leider kommt keines von diesen Fahrzeugen mit den durchwegs überzeugenden Technologiekonzepten mittelfristig in Österreich auf den Markt. 
Gründe dafür sind wahlweise die noch nicht ausreichende Infrastruktur (für die Verfügbarkeit des Kraftstoffs), die zu geringe Nachfrage oder der zu hohe Preis. Gleiches gilt ja auch im Pkw-Bereich für Elektroautos. Bei der Brennstoffzelle hat ja hier mancher Produzent bereits die bis zu fünfte Generation seiner Wasserstoff-Fahrzeuge erfolgreich im Test – ein Verkauf an Endkunden bleibt aber noch in weiter Ferne.

Erdgas CNG

Am nächsten zur Vermarktung sind dabei die Euro 6-Erdgasfahrzeuge, die der französische Hersteller seit 2004 entwickelt und speziell für den Verteilerverkehr vertreibt (noch nicht bei uns). Neu ist dabei der Renault Trucks D Wide CNG, den es als Lkw-Fahrgestell in den Achskonfigurationen 4x2 (18 t) und 6x2 (26 t) gibt. Dank vollautomatischem Allison-Getriebe ist er beispielsweise perfekt für Müllfahrzeuge geeignet. Sein Sechszylinder-9-Liter-Gasmotor leistet 320 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 1.356 Nm. Im städtischen Einsatz soll die Reichweite bis zu 400 Kilometer betragen. Die CNG-Modelle können mit sowohl mit Erdgas als auch mit Biomethan (Biogas) betrieben werden.

Elektro-Bouquet

Frankreich ist bekanntermaßen seit Jahrzehnten von der Atomenergie geprägt. Da ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass man auch Kraftfahrzeugen mit Elektroantrieb große Beachtung schenkt. Auch wer viel Benzin (oder Diesel) im Blut hat, ist meist von den Fahreindrücken mit einem E-Auto angetan. Die volle Verfügbarkeit des Drehmoments bereits beim Wegfahren ist neben der geringen Geräuschentwicklung und dem verschleißfreien Bremsen dabei eine besonders beeindruckende Zutat der lokal emissionsfreien Fortbewegung. 
Reichweite, Energiespeicherung und mangelnde Infrastruktur für die schnelle Aufladung sind seit Jahren aber die offenen Baustellen, die den Durchbruch der Elektromobilität noch in weite Ferne rücken lassen. 
Gemeinsam mit unterschiedlichen Unternehmen unterzieht Renault Trucks derzeit drei Konzepte intensiven Praxistests. Für Guerlain ist ein Renault Trucks D Elektro mit einer Reichweite von 200 km zur Belieferung der Boutiquen des prestigeträchtigen Parfum- und Kosmetikherstellers in Paris im Einsatz. Auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle ist ein Elektro-D mit Range Extender unterwegs. Bei einer Gesamtreichweite von 400 km kann der 16-Tonner 60 km im vollelektrischen Modus zurücklegen, dadurch ergibt sich eine CO2-Reduktion von 30 Prozent.

Wasserstoff

Seit Februar ist ein experimenteller Maxity Electric mit Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis für die französische Post in Dole im Department Franche-Comté zur Verteilung der Brief- und Paketpost eingesetzt. Im Echtbetrieb wird dabei eine mittlere Reichweite von 200 km erzielt (100 km durch die gespeicherte Energie in den Batterien und 100 km durch die Brennstoffzelle als Range Extender). Die Stadt Dole im französischen Juragebirge wurde übrigens wegen der besonders rauen Wetterbedingungen im Winter für den einjährigen Testbetrieb ausgewählt.

Optifuel-Check

Der TÜV Rheinland hat kürzlich dem Renault Trucks T Optifuel mit seinem Komplettangebot an Spritspartechnologie (u.a. Aerodynamik, Eco Cruise Control und automatische Motorabschaltung) eine Verbrauchseinsparung von 10,9 Prozent gegenüber der konventionellen T-Sattelzugmaschine mit gleichfalls 430 PS und identem Achsübersetzungsverhältnis (2,64) attestiert. Die Optifuel-Angebote sind auch in Österreich erhältlich.
Stolz ist man bei Renault Trucks auch auf die erzielbaren und erzielten Verbräuche mit dem Laborfahrzeug Optifuel Lab 2. Gegenüber einem Serienfahrzeug der Baureihe T wurden mit dem futuristisch wirkenden Sattelzug (Kameras statt Außenspiegel, Solarpaneele auf dem Dach etc.) Kraftstoffeinsparungen von bis zu 7,2 l weniger pro 100 km realisiert. Ähnlich beeindruckend waren auch die mit 90 km/h durcheilten überhöhten Kurven auf der Teststrecke in „La Valbonne“ – leider nur auf dem Beifahrersitz.

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