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Auftaktveranstaltung Dialogforum Bau, auf der Bühne: Elisabeth Stampfl-Blaha (AS-Direktorin), Walter Barfuß (AS-Präsident), Hans-Werner Frömmel (Bundesinnungsmeister Bau) und Moderator Andreas Kovar.

Startschuss für Dialogforum Bau Österreich

20.01.2016

Ab sofort gibt es auf der offenen Online-Plattform www.dialogforumbau.at die Möglichkeit, über das Internet wirksam Vorschläge zur Vereinfachung von baurelevanten Normen einzubringen. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!

Die leidige Normendiskussion beenden und gemeinsam klarere und einfachere Bau-Standards schaffen - mit diesem Ziel wurde Ende letzten Jahres von Austrian Standards und in enger Kooperation mit der Bundesinnung Bau das "Dialogforum Bau Österreich" ins Leben gerufen. Bei der Auftaktveranstaltung am 19. Januar fanden sich rund 100 Branchenexperten ein, um in Workshops Normen zu durchforsten und klarere und einfachere Bauregeln zu schaffen. Begonnen wird mit den 600 rein nationalen Baunormen. Der weitaus größte Teil der geltenden Normen sind europäische und/oder internationale Standards. Insgesamt gibt es 3.000 baurelevante Normen in Österreich. Über die für alle offene Online-Plattform www.dialogforumbau.at können Interessierte niederschwellig und unkompliziert Vorschläge einbringen.

Der Vorsitzende des Dialogforums Bau, Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel, nennt klare Ziele für den beginnenden Prozess der Durchforstung des baurelevanten Baunormenbestands: „Es geht um Leistbarkeit, Lesbarkeit, Vereinfachung. Nur wenn sich alle Beteiligten im Bauwesen beim Dialogforum einbringen, insbesondere jene, welche Überregulierungen kritisieren, kann dieses Projekt erfolgreich sein.“

Das große Interesse freute auchden Gastgeber und Austrian-Standards-Präsidenten Walter Barfuß. „Die Ergebnisse sollen als Auftrag zur bestmöglichen Umsetzung an jene Komitees bei Austrian Standards weitergegeben werden, die für die Überarbeitungen der betroffenen ÖNormen zuständig sind.“ Ein Jahr lang wird nun ein bunter Mix von Fachleuten aus öffentlicher Verwaltung, von Universitäten ebenso wie Sachverständige, Architekten, Bauträger, Ingenieurbüros, Baumeister, Innungen und Vertreterinnen und Vertreter der Bauindustrie Empfehlungen ausarbeiten, welche Baunormen man vereinfachen oder vielleicht gar zurückziehen kann. Es geht um alle relevanten Bereiche des Baus, der Planung, der Errichtung, um den Betrieb sowie um die bessere Berücksichtigung von Folgekosten. Von Mai bis September werden in Arbeitsgruppen und Workshops die eingelangten Vorschläge und Anregungen als vorläufige Ergebnisse zusammengefasst und analysiert. Bis Ende des Jahres werden sie dann wieder online beraten und diskutiert und  Anfang 2017 sollen dann Empfehlungen an jene zuständigen Komitees ergehen, in denen Normen überarbeitet werden.

 

Original erschienen am 20.01.2016: Bauzeitung.
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