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Ein virtueller Rundgang soll Nutzern bereits im Vorfeld einen Eindruck von neuen Verkehrs­infra­struktur­projekten bieten.

AIT: Planung erlebbar machen

23.04.2019

Das AIT forscht an neuen Anwendungsmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality im Rahmen der Stadt- und Mobilitätsplanung.

Im Forschungsprojekt „VR-Planning – we’re planning“ wurde der Einsatz von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) für eine verbesserte Unterstützung partizipativer Planungen von öffentlichen (Verkehrs-)Räumen untersucht. Die Erkenntnisse fließen nun in einen Leitfaden für Architekten, Politik und Verwaltung ein. Mit VR- und AR-Anwendungen soll Infrastruktur erlebbar werden, bevor sie gebaut ist, und damit zu einem besseren räum­lichen Verständnis in der Planungsphase beitragen. Dadurch soll die Grundlage für eine integrative Planung mit einer gemeinsam akzeptierten Lösung gelegt werden.

Ideen erlebbar machen

Durch VR wird die Gestaltung des Straßenraums für Nutzer realitätsnah erlebbar. Die Planung nachhaltiger Verkehrsinfrastruktur erfordert stets die Auslotung unterschiedlicher Interessen von verschiedensten Nutzergruppen. Die Anwendung partizipativer Methoden zur Planung von öffentlichen Verkehrsräumen ist auch in Regelwerken vorgeschrieben.
Gerade die Gestaltung von Verkehrsräumen, die verstärkt eine aktive Mobilität priorisieren und den motorisierten Individualverkehr zurückdrängen, birgt jedoch besonderes Konfliktpotenzial. Die Vermittlung zwischen den mitunter weit auseinanderliegenden Anliegen und Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzer ist dabei oftmals nur schwer möglich und führt bereits bei kleineren Veränderungen im Straßenraum zu längeren Abstimmungsphasen, die sich bei großen Infrastrukturprojekten noch um ein Vielfaches ausweiten.
Im Forschungsprojekt VR-Planning wurden VR- und AR-Anwendungen als neue Möglichkeiten für eine verbesserte partizipative Planung entwickelt, untersucht und anhand realer Anwendungsbeispiele evaluiert. „VR erlaubt es den Nutzern, öffentliche Räume, Bebauungen und Mobilitätsknoten virtuell zu erkunden und unmittelbar Feedback innerhalb der virtuellen Umgebung zu geben. Dadurch wird die Gestaltung des Straßenraums realitätsnah erlebbar“, so Projektleiter Helmut Schrom-Feiertag, Experte für User Experience Research am AIT Center for Technology Expe­rience. Somit kann die Zusammenarbeit von Stadtplanung, Politik und Verwaltung verbessert sowie die Einbindung von Bürgern in den Planungsprozess sichergestellt werden.

Erste Pilotprojekte virtuell realisiert

Die im Rahmen des Projekts VR-Planning entwickelten Anwendungen ermöglichen einen virtuellen Rundgang durch die zukünftigen Straßenräume im Quartier „Am Seebogen“ in Aspern Die Seestadt in Wien sowie durch den neuen Bahnhof Kapfenberg. 
Zur Darstellung von Verkehrssituationen ist das AIT-Simula­tionsframework an die VR-Plattform angebunden und ermöglicht das realitätsnahe Erleben des Straßenraums mit fahrenden Autos, Fahrrädern und Fußgängern. Stefan Seer, Senior Scientist am AIT Center for Mobility Systems, sieht hier den großen Mehrwert der in VR-Planning entwickelten Lösung: „Durch die integrierte Simulation von unterschiedlichen Mobilitätsformen innerhalb der VR- und AR-Anwendungen werden Auswirkungen von innovativen Street-Design-Konzepten auf den multimodalen Verkehr schnell und einfach verständlich sichtbar gemacht.“ Zusätzlich kann man ­zwischen unterschiedlichen Gestaltungsvarianten wechseln, den Straßenraum aus der Perspektive eines Kindes erleben, unterschiedliche Sonnenstände und die Entwicklung der Bäume im Laufe der Jahre simulieren.

Original erschienen am 23.04.2019: Bauzeitung.
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