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Wie man Werte weitergibt

20.03.2017

Das Familienunternehmen Bundy Bundy geht bereits in die vierte Generation. Die erfolgreiche Friseurdynastie steht für Tradition und hohe Qualitätsansprüche. Deshalb wird auf die umfassende Ausbildung des Nachwuchses großer Wert gelegt. So bleiben die Lehrlinge auch im Unternehmen. Am Gespräch mit Hans Bundy nahm auch Ausbildungsleiterin Eveline Gassner teil.

HANS BUNDY lebt vor, was er von Anderen erwartet
TIPPS:

So gelingt eine erfolgreiche Vermittlung von Werten:

  • Sich intensiv mit der Ausbildung von jungen Menschen zu beschäftigen, öffnet das Herz.
  • Wenn ich etwas verändern möchte, dann liegt es an mir selbst, dies zu verändern.
  • Es geht darum, Räume für Entwicklung zu schaffen.
  • Ein Zitat von Raimund Sprenger bringt es gut auf den Punkt:
    „Ich muss Entscheidungen treffen.“

#ausbilden: Herr Bundy, wie gibt man die Werte eines so etablierten Unternehmens an eine Generation weiter, die daran angeblich nicht mehr interessiert ist?

Hans Bundy: Das geht dann gut, wenn man die Werte jeden Tag vorlebt. Das hat mit dem persönlichen Verhalten von jedem Einzelnen zu tun. Auch wenn es banal klingt: Wenn wir nicht selbst das tun, was wir von den Lehrlingen an Verhalten erwarten – wie soll es dann funktionieren? Auch bei unseren vielen Filialen gilt das Gleiche. So wie wir mit den Führungskräften vor Ort umgehen, so werden sie das weitergeben.

Es sprechen alle davon, dass die Jugend heute völlig andere Vorstellungen hat. Stimmt das aus Ihrer Sicht?

Eveline Gassner: Es sind wohl eher die Werte, die anders sind. Die Jugendlichen sind zum Beispiel richtig dankbar, wenn ihnen jemand auch einmal Grenzen setzt. Heutzutage dürfen sie ja oft machen, was sie wollen. Und niemand interessiert sich dafür. Sie haben oft einen ausgeprägten Wunsch, dazugehören zu dürfen.

Hans Bundy: Es gibt ein großes Bedürfnis, geführt zu werden. Und zwar im positiven Sinn, der ja auch besagt: „Ich interessiere mich für dich.“

Sie investieren viel mehr in die Ausbildung Ihrer Lehrlinge, als laut Berufsbild dafür unbedingt nötig ist. Warum machen Sie das?

Hans Bundy: Wir bilden aus, um unsere zukünftigen Fach- und Führungskräfte zu bekommen. Es ist uns ganz wichtig, dass die jungen Menschen während ihrer Ausbildung wirklich verstehen, wie unser Selbstverständnis ist und unsere Art zu arbeiten funktioniert. Das zu vermitteln und zu verankern geht nur in einer eigenen Akademie, die wir größtenteils selbst organisieren. Mit dem Dale-Carnegie- Training decken wir den Bereich Persönlichkeitsentwicklung ab. Weil hier eine große Übereinstimmung in den vermittelten Werten besteht. Würden die Jugendlichen gleich am Anfang zu uns passen, dann wären wir wahrscheinlich austauschbar, um nicht zu sagen: beliebig. Wir sind eben ein einzigartiges Unternehmen, und das müssen wir vermitteln.

Eveline Gassner: Rund 75 Prozent unserer aktuellen Führungskräfte sind ehemalige Lehrlinge. Die Herausforderung bei einer guten Ausbildung, speziell in unserem Gewerbe, ist das interne Branding, damit die Leute nach der Lehre bei uns bleiben. Da hilft eine intensive und gute Ausbildung sehr viel mit, weil allein durch die gemeinsame Zeit schon viel Zusammenhalt entsteht.

Autor/in:
Robert Frasch
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