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Talent First – Diskussion zum Thema Berufseinstieg in der JSdW Lounge am 18.09.18

03.10.2018

Jeder sucht sie, aber nur wenige finden sie, die Talente für morgen. Im Wiener Looshaus diskutierten Bernhard Hofer, Gründer von talentify und Robert Frasch, Österreichs Experte für die duale Ausbildung, mit interessierten Gästen über Employer Branding, Bildung und Vertrieb im Recruiting.

Robert Frasch startete die Diskussion mit einem Bericht über den Besuch der BeSt, Österreichs Berufsinformationsmesse, gemeinsam mit seinem 12 jährigen Sohn. Die Unternehmen vor Ort waren großteils der Meinung, das sein Sohn in 3-4 Jahren wiederkommen solle woran Frasch die Frage knüpfte, ob wir mit Berufsorientierung und -information nicht viel zu spät beginnen. Müssen doch im österreichischen Bildungssystem Entscheidungen schon (zu) früh getroffen werden. Daran anschließend gab Bernhard Hofer den Teilnehmern, unter anderen von Bundy, C&A oder den Wiener Stadtwerken, einen kurzen Überblick über das Bildungssystem. Zu diesem wurde Teilnehmern bestätigt, dass die Vielzahl an Möglichkeiten und das Fehlen eines geordneten Überblicks für Eltern und Jugendliche eine bewusste Entscheidung kaum möglich machen. Dabei dann auch noch Talente zu erkennen, um sie fördern zu können, ist schon kaum mehr möglich.

Wobei im Zuge der Diskussion immer stärker das Suchen nach Talenten an sich in Frage gestellt wurde. Erich Buza, Ausbildungsleiter der Wiener Stadtwerke, plädierte stark dafür Jugendlichen die Möglichkeiten in Unternehmen aufzuzeigen und ihnen das Gefühl zu vermitteln „wir wollen dich bei uns und diese Inhalte können wir dir anbieten.“ Wenn das mit den Wünschen der Jugendlichen übereinstimmt, würde es schon eine gute Basis ergeben. Daraus entwickelte sich eine rege Diskussion, wie viel Vertrieb & Marketing eigentlich ins Recruiting gehören würde. Neben Überlegungen zu Zielgruppen ging es dabei auch um das Informationsverhalten von Jugendlichen. Robert Frasch wies darauf hin,  dass diese es gewohnt sind das die Information zu ihnen kommt. Plattformen wie Youtube, Amazon & Co zeigen Inhalte an, die zum jeweiligen Suchverhalten passen und investieren Milliardenbeträge in die Perfektionierung von Algorithmen. Er regte an darüber nachzudenken, auf welchen Seiten beispielsweise junge Menschen mit Interesse an Frisuren unterwegs sind und diese dann beispielsweise für gezielte Jobinfo zum Beruf des Friseurs zu nutzen. Bernhard Hofer ergänzte, dass Informationen auch gut durch ehemalige Lehrlinge in Schulentransportiert werden können. Manche Unternehmen schicken Lehrlinge in deren ehemaligen Schulen, um als Rolemodel für die Ausbildung zu wirken. Für die gezielte Ansprache machte sich Teilnehmer Simon Scharber stark, der darüber berichtete das man schon mit geringen Mitteln auf Social Media Kanälen zielgenau jene Gruppen erreichen kann, die am ehesten für die Informationen Interesse haben könnten.  Wobei Konsens darüber herrschte, dass Jugendliche nach Dialog suchen und es entscheiden ist, die richtige Dosis an Information in der jeweiligen Kontaktstufe anzubieten. Es macht eher wenig Sinn, bei einem ersten Interesse gleich Dienstvertrag & Co zu übermitteln.

Es gab noch viele interessante Aspekte in dieser Runde, die den Rahmen einer solchen Zusammenfassung sprengen würden. Bernhard Hofer (www.talentify.works) und Robert Frasch(www.robertfrasch.com) stehen allen Interessierten gerne für weitere Infos zur Verfügung.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es nicht darum geht Menschen zu finden die irgendetwas ganz besonders gut können. Sondern darum, jungen Menschen passende Informationen anzubieten, die zu ihren Vorlieben passen. Dafür deren Kommunikationskanäle zu nutzen und zu zeigen, wer wir sind.

Am Ende schlägt Überlegung Budget, es geht nicht darum große Summen zu investieren sondern die passenden Botschaften zu senden. Die eigenen Lehrlinge sind dafür meist die besten Berater, wie viele erfolgreiche Fallbeispiele zeigen. Und die sind es auch, die am Nähesten an der Zielgruppe ihrer zukünftigen Talente sind.

Autor/in:
Robert Frasch
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