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Jugend ist Zukunft Tage 2018 - Digital Living als Chance

29.06.2018

Rund 300 Jugendliche aus ganz Kärnten entwarfen am 25. und 26. Juni 2018 bei der bereits fünften Auflage dieser Konferenz im Dialog mit Unternehmen ihre Zukunft. Getreu dem diesjährigen Motto „Digital Living“ wurden neue Ideen entwickelt und teilweise gleich vor Ort in die Tat umgesetzt. Dabei wurden die Jugendlichen von den beteiligten Unternehmen und Vortragenden in ihrer aktuellen Lebenswelt abgeholt. Ein Rückblick mit link zum Video und Inhalten des Workshops "Zukunft der Lehre".

Entsprechend dem Thema erarbeiteten die TeilnehmerInnen Lösungen zur Nutzung von Smartphone, autonomem Fahren und mobilem Computing als Chance. Gemeinsam entwarfen sie Szenarien und Geschäftsideen, wie das Zusammenleben heute und morgen besser gestaltet werden kann. Darunter waren Ansätze für Mobilität, Tourismus, Landwirtschaft oder die Demokratie der Zukunft. In einem Turnier der SCHOOLGAMES, Österreichs größtes Schulprojekt zum Thema Berufsorientierung, wurden Unternehmertum und Wirtschaftswissen spielerisch erlebt und spannende Perspektiven entedeckt. „Das so viele Jugendliche der Einladung zu den JiZ-Tagen folgten, freut mich nicht nur sonder belegt, dass es in Kärnten nicht an aktiven Zukunftsgestaltern mangelt“ resümiert Initiator Martin Maitz.

Dialog mit Unternehmen forciert

Die diesjährigen Jugend ist Zukunft Tage standen auch stark im Zeichen des Dialogs. In zahlreichen Planspielen und interaktiven Workshops wurde der Austausch untereinander gefördert. So hatten Jugendliche und Unternehmen die Chance, einander in Diskussionsrunden zu spannenden Jugendthemen jenseits von direktem Recruiting zu begegnen. So entstand die Möglichkeit, künftige Arbeitgeber in Aktion zu erleben und eigene Ideen einzubringen.  Ein Höhepunkt der Tage war dabei sicherlich das Impulsreferat von Maximilian Nimmervoll, seines Zeichens „Entrepreneur des Jahres“ 2017. Er motivierte die ZuhörerInnen, digital zu denken und immer und allzeit aktiv zu bleiben. Auch wenn im (Unternehmer)leben manchmal ein rauer Gegenwind weht sollte man sich und seinen Ideen folgen und sich nicht beirren lassen.

Dass die jungen Besucher die Botschaft verstanden haben, davon ist Initiator Maitz abschließend überzeugt. Deshalb blickt er bereits nach vorne: „Wir haben gesehen, wie aktiv und mit welch tollen Ideen sich junge Menschen einbringen, wenn man sie dazu einlädt. Im kommenden Jahr wollen wir mit den JiZ-Tagen den nächsten Schritt machen. Die Organisation und die Themengestaltung wird gemeinsam mit Jugendlichen erfolgen, erste Interessenten haben sich dafür schon angemeldet“. Neben dieser gestalterischen Einbindung der Jugend um „ihre“ Themen zu bearbeiten werden sicher auch noch mehr Möglichkeiten zur Interaktion mit Unternehmen geboten werden. Haben doch die dieses Jahr anwesenden Vertreter der Kärntner Wirtschaft erlebt, dass miteinander reden auch im digitalen Zeitalter immer noch die besten Ergebnisse bringt.

Videorückblick auf die Jugend ist Zukunft Tage 2018 (copyright:  BTV Kärnten)

Workshop „Die Lehre der Zukunft“

Geleitet von Robert Frasch, Gründer von lehrlingspower.at diskutierten Lehrlinge, Jugendliche und Ausbilder in einem 2-stündigen Open Space, wie die Lehre der Zukunft aussehen müsste. Bei vielen Themen merkt man, dass die von Betrieben und Institutionen gestarteten Initiativen von Jugendlichen überhaupt nicht wahrgenommen werden. Keiner der Teilnehmer kannte auch nur eine Lehrstellenplattform oder auch „innovativere“ Angebote rund um die Lehre. Die Hauptinformationsquelle bleiben Freunde – Eltern – AMS. Hier müssen wir vielleicht alle gemeinsam daran denken, dass für die Qualität der Kommunikation immer der Sender verantwortlich ist. Offenbar senden wir auf den falschen Kanälen und/oder die falschen Botschaften.

Die Qualität ist Jugendlichen sehr wohl bewusst und auch ein Anliegen. So wird Großteils die Qualifikation der Berufsschul Lehrer bemängelt nach dem Motto „wenn ich schon in der Schule bin, möchte ich auch etwas lernen.“ Veraltete Methoden und Frontalunterricht in Kombination mit oft als sehr gering wahrgenommenem Wissen und Engagement werden von Jugendlichen als demotivierend wahrgenommen. Bei allgemeinbildenden Fächern an den Berufsschulen war diese Wahrnehmung am stärksten. „Entweder ordentlich oder ganz weglassen“ oder „das was wir da machen ist für die Fisch“ waren Rückmeldungen von Lehrlingen. Wobei sich alle wünschen würden, dass Allgemeinbildung auch in der Berufsschule Platz hat, dann aber eben „richtig“.

Zusammenfassend waren sich alle einig, dass die Lehre als Berufseinstieg weiter bestehen soll und insgesamt eine gute Sache ist. Sie bräuchte eben nur einige Modernisierungen und vor allem mehr Aufmerksamkeit, damit Eltern und Jugendliche die Chancen darin erkennen und die passende Ausbildung wählen können.

Das wünschten sich die Diskutanten für die Lehre der Zukunft

·         Lehrling wird als Auszubildender und nicht als billige Arbeitskraft gesehen

·         Das Schulsystem wird adaptiert (ähnlicher Stellenwert wie US College)

·         Das Lehrlingsentgelt wird an Lebensbedingungen/Alter angepasst

·         Mehr und vor allem bessere Berufsinformation

·         Die Einkommen der Facharbeiter nach der Lehre erhöhen (wie in der Schweiz)

·         Mehr Informationen vor der Berufsentscheidung

·         Gleichstellung in Personalinseraten

·         Es gibt eine Metasuchmaschine/ein Portal für alle Informationen

·         Die LAP wird gleichwertig zur Matura

·         Chancengleichheit bei der Personalauswahl

·         Mehr Theorie in der Lehrlingsausbildung (auch im Betrieb)

·         Die Qualität der Berufsschullehrer stärken

·         Stärkenorientierung nach der Pflichtschule

·         Das Wort „Lehrlingsentschädigung“ wird ersetzt

·         Mehr Informationen, was man nach einer Lehre erreichen kann

·         Gleiche Anerkennung beruflicher Fähigkeiten vs. Akademischer Titel

·         BERUFSausbildung im Verbund (Schweizer Modell)

·         Lehrstellen werden für Jugendliche besser sichtbar

·         Zwei Arten der LAP, eine „leichtere“ und eine „höhere“

·         Wert von Handwerk wird generell gestärkt

·         Allgemeine Fächer an Berufsschule ordentlich oder weglassen (Deutsch, Politische Bildung…)

Rückfragen zu den Jugend ist Zukunft Tagen: Mag. Martin Maitz, Tel: +43 664 510 52 87, Mail: maitz@syn2value.com

Autor/in:
Robert Frasch
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