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Grüße aus der Chefredaktion

27.03.2017
ROBERT FRASCH

Wenn über Lehrlingsausbildung gesprochen wird, fallen immer wieder ähnliche Argumente: Die Lehre müsse attraktiver werden, die Jugendlichen seien nicht mehr zu gebrauchen, und die Suche nach den Besten werde ausgerufen. Um das Image der Lehre zu verbessern, werden Preise aller Art vergeben. Manche sind nur Brancheninsidern bekannt, manche werden für fünf Minuten in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Und dann gibt es noch diverse Auszeichnungen für Lehrlinge: Lehrabschlussprüfung, World Skills und Co eignen sich hervorragend, um die Social-Media- Welt zu bedienen.

Fehlt Ihnen in dieser Aufzählung etwas? Mir schon. Denn über jene Menschen, die eigentlich den Job machen, spricht so gut wie niemand. Ja, ich meine Sie! Sie und Ihre tausenden Kollegen in den Betrieben, die Tag für Tag dafür sorgen, dass Jugendliche einen Beruf erlernen können. Die täglich mit den von den Medien vielfach zitierten Nachwuchsproblemen konfrontiert sind. Wie es eben ein Ausbilder einmal so treffend formuliert hat: „Wir haben nun mal keine anderen Jugendlichen, also machen wir das Beste aus ihnen.“ Für Sie und Ihre Kollegen schreiben wir, damit auch Sie echte Wertschätzung erfahren.

In den meisten Betrieben sind Facharbeiter und die Frage, wie man sie gewinnt, das wichtigste Thema, zumindest in den vielen Hochglanzfoldern. Aber die Realität stimmt meist nicht mit dem Wunsch überein. Denn wie sonst kann es sein, dass die Ausbildung dieser so wichtigen Facharbeiter fast immer nur als Nebenjob erfolgt? Wie viele Unternehmen kennen Sie, in denen die Ausbilder freigestellt sind, um ihre so wichtige Aufgabe ausführen zu können? Oder wenigstens die Verantwortlichen der Ausbildung? Ein Recht, das für gewählte Betriebsräte gesetzlich verankert ist.

Wenn schon mit den derzeit vorhandenen Möglichkeiten jene tollen Ergebnisse in der Lehrlingsausbildung erzielt werden – Stichwort Musterland – kann man sich ausmalen, was unter anderen Bedingungen möglich wäre. Dazu brauchen Ausbilder vor allem mehr Raum und Zeit, um auf die täglichen Herausforderungen reagieren zu können. Mit diesem Magazin und dem Netzwerk lehrlingspower. at wollen wir einen ersten konkreten Schritt hin zu mehr Wertschätzung Ihrer Arbeit setzen, weitere werden folgen. An dieser Stelle sage ich zunächst einmal Danke – für all das, was Sie für die Jugendlichen in diesem Land tun und damit für Österreichs Wirtschaft und das Wohlergehen von uns allen.

Autor/in:
Robert Frasch
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