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Duales Studium wertet die Lehre auf

10.01.2019

Die Anforderungen an die Facharbeiter der Zukunft sind ebenso vielfältig, wie jene an das Recruiting von heute. Das über die Jahre im Zuge der Diskussion um Akademikerquoten und höhere Bildungsabschlüsse, meist zu Unrecht, beschädigte Image der dualen Ausbildung ist diesbezüglich auch nicht wirklich hilfreich. In Deutschland ist das Angebot von dualen Studien in Lehrberufen ein schon seit Jahren gut funktionierender Ausbildungsweg. Der auch in Österreich immer öfter dazu beiträgt zu zeigen, dass Facharbeiterausbildung nicht mit einem Lehrabschluss enden muss.

Im Zuge des aus erasmus+ finanzieten Projekts "ApprEnt - hihgher education apprenticships" haben sich Wirtschafts- und Hochschulvertreter aus 8 europäischen Ländern seit Oktober 2017 damit beschäftigt, best practices zu ermitteln. Auf dieser Basis wurden gemeinsam Werkzeuge entwickelt die Unternehmen und Hochschulen dabei unterstützen sollen, gemeinsame Programme zu entwickeln. So wurden und werden Empfehlungen für die Politik ebenso formuliert wie Praxisanleitungen für die Ausbildung von Mentoren, denen in dualen Studiengängen eine wichtige Rolle zukommt. Sind es doch sie, die für die Koordination zwischen Unternehmen und Hochschule sowie für die internen Abläufe verantwortlich sind. 

Duale Studiengänge funktionieren dann gut, wenn sie ähnlich einer klassischen Lehrlingsausbildung aufgebaut sind. Die Praxisphasen im Betrieb wechseln mit Theoriephasen an der (Fach)hochschule ab. Dadurch erhalten Betriebe das Rüstzeug für zukünftige Entwicklungen und gleichzeitig Mitarbeiter, die diese Grundlagen in der Praxis anwenden können. Viele Unternehmen, die solche Ausbildungen bereits anbieten, sehen diese aber auch als Vorteil bei der Ansprache von Bewerbern. Denn damit kann man Bewerber frühzeitig ins Unternehmen holen, die man ansonsten erst nach derene Studium gewinnen könnte. Wobei dann die Praxis fehlt und weitere Zeit vergeht, bis Mitarbeiter produktiv sein können. 

Betriebe positionieren im Idealfall ihre gesamte Facharbeiterausbildung im Bewerbermarkt. So können sie alle Facetten aufzeigen und unterschiedliche Gruppen für sich interessieren. Damit wird indirekt auch das Image der klassischen Lehrlingsausbildung gehoben. Denn vor allem die Eltern sehen so, dass eine Lehre nicht das Ende sondern eine von mehreren Einstiegsmöglichkeiten ist. Nach der durchaus weitere Fachkarrieren offenstehen. 

Am 12.12.2018 präsentierten Robert Frasch im Auftrag des SENAT der Wirtschaft Österreich und Isabell Grundschober von der Donau-Universtität Krems an ebendieser die Ergebnisse des ApprEnt Projekts. Eine Aufzeichnung der gesamten Veranstaltung können Sie hier nachsehen, die Präsentation der Unternehmenssicht können Sie hier downloaden. Ebenfalls zu Download bereit steht das Best Practice von A1 Telekom (auf englisch). Sobald die eingangs erwähnten Werkzeuge für Unternehmen auf deutsch zur Verfügung stehen, werden wir in einem weiteren Artikel darüber informieren.

Zur ApprEnt Webseite (englisch)

Zur Padlet Diskussion (deutsch)

Zur Facebook Gruppe (deutsch)

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