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 © Miriam Mehlman Fotografie © Miriam Mehlman Fotografie

Die amaZone braucht kein Mädchenfrühstück

20.05.2021

Wird darüber gesprochen, wie man junge Frauen für technische Berufe begeistert, dann kommt man rasch auf "es muss mehr feminine Inhalte geben". Dann entstehen plakative Ideen wie Mädchenfrühstück, Mädchenbeauftragte oder bunte Bilder von glücklichen Frauen mit Werkzeug und Arbeitskleidung. In der Lehrlingsausbildung der Stadt Wien integriert man Mädchen und junge Frauen ganz selbstverständlich und als gleichberechtigte Mitglieder in die Technikteams. Die Botschaft könnte man formulieren mit "ein Mädchen kann das" und dafür wurde man dieses Jahr erneut mit der amaZone ausgezeichnet!

Zum bereits 25. Mal vergab am 19.05.2021 der Verein "Sprungbrett" die amaZone. Dieses Jahr waren 54 Betriebe in 4 Kategorieren angetreten, um ihre Bemühungen in der Lehrlingsausbildung junger Mädchen und Frauen zu präsentieren und von einer Jury bewerten zu lassen. In diesem Vierteljahrhundert ist der Preis zur wahrscheinlich wichtigsten Auszeichnung für jene Betriebe geworden, die sich bei der Integration von jungen Frauen und Mädchen in technischen Berufen besonders hervorgetan haben. Zur Julibäumsausgabe hat sich auch Bundespräsident Alexander van der Bellen mit einer Videobotschaft eingestellt. „Die amaZone geht an Sie als Betrieb, weil sie jungen Frauen dieselben Chancen geben, wie ihren männlichen Kollegen. Da kann ich nur sagen: Top! Das muss so sein! Ich finde, alle jungen Menschen sollen darin bestärkt werden, ihren eigenen Weg zu gehen. Jede und jeder muss den Beruf ergreifen können, den sie oder er sich wünscht. Nur so kommen wir alle gemeinsam weiter“ betont unser Staatsoberhaupt die Wichtigkeit der Chancengleichheit für alle.

Die Stadt Wien wurde bereits 2005 erstmals mit diesem Preis ausgezeichnet und auch in diesem Jahr ging die goldene Statuette ins Wiener Rathaus. Für Ausbildungsleiter Christian Schendlinger eine sehr erfreuliche Anerkennung der Leistungen seiner AusbilderInnen und eine Würdigung der kontinuierlichen Arbeit. "Besonders freut es mich, dass wir mit der AmaZone bereits zum zweiten Mal eine Auszeichnung erhalten, die unabhängig und neutral vergeben wird. Die Stadt Wien konnte sich dabei gegen wirklich starke Mitbewerber durchsetzen, was mich natürlich besonders freut" so Schendlinger im Gespräch mit ausbilden.

Wesentlich für den Sieg war nicht nur das jahrzehntelange Engagement der Stadt Wien in der Lehrlingsausbildung, sondern besonders das Bemühen, Mädchen und junge Frauen in immer noch sehr männerdominierten Berufen auszubilden. So sind immerhin 18 der insgesamt 24 Berufsbilder, die aktuell im Magistrat ausgebildet werden, sogenannte „FIT-Berufe“ („Frauen in Handwerk und Technik“) mit einer ständig wachsenden Zahl an weiblichen Auszubildenden. Christian Schendlinger betont im Gespräch mit ausbilden, dass es ihm nicht auf Marketing ankommt. "Es muss doch eigentlich ganz normal sein, dass Mädchen zu einem Technikteam gehören. Unsere schon lange gelebte Integration von Mädchen vollkommen gleichberechtigte Teammitglieder zeigt potentiellen Bewerberinnen und deren Eltern, dass die Stadt Wien Erfahrung mit diesem Thema hat und die Ausbildung von weiblichen Fachkräften in FIT-Berufen kann" ist dem Ausbildungsleiter der Stadt Wien wichtig. "Wir brauchen keine Quoten oder Sonderbehandlungen, sondern die Einstellung: ein Mädchen kann das" ist er überzeugt.

Die Verleihung des „amaZone“-Awards fand im Wiener Rathaus statt. Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer, überreichte den Preis in Anwesenheit von Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaal sowie Personalstadtrat Jürgen Czernohorszky an Personaldirektorin Cordula Gottwald und Karin Vittner, stellvertretende Leiterin des Lehrlingsmanagements. Ebenfalls Teil des Siegerinnen-Teams war Lea Hofmann, die aktuell im 1. Ausbildungsjahr als Medienfachfrau mit dem Schwerpunkt Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien ist und als perfektes Role-Model zur Verfügung stand.

„Die Auszeichnung ist eine tolle Anerkennung unserer laufenden Bestrebungen, Mädchen und junge Frauen vor den Vorhang zu holen und zu zeigen, dass sie jeden Beruf erlernen und ausüben können, den sie wollen. Die Stadt Wien bietet dafür die besten Voraussetzungen“, freute sich Cordula Gottwald. Dass diese Auszeichnung nicht dem Lehrlingsmanagement allein gebührt, hielt Karin Vittner fest: „Wir haben den Preis stellvertretend für alle engagierten Dienststellen und Ausbilder*innen geholt, die mit ihrer täglichen Arbeit jungen Menschen ermöglichen, im Berufsleben Fuß zu fassen und eine gute, qualitätsvolle Ausbildung im Unternehmen Stadt Wien zu erhalten. Dafür wollen wir uns im Namen unserer Lehrlinge sehr herzlich bedanken!“ Unabhängig davon, welches der teilnehmenden Unternehmen mit der amaZone ausgezeichnet wurde: Gewinnerinnen sind alle Mädchen und jungen Frauen, die einen guten Start in ihr Berufsleben bekommen.

Hier geht es zum Video "25 Jahre AmaZone"

 

Autor/in:
Robert Frasch
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