27.10.2002
Coffee Clubs
Fehlt nur noch, dass Tchibo eine Filiale im Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews eröffnet. Das Geschäft mit Golfausrüstung ist in den Shops des Kaffeerösters jedenfalls überraschend gut angelaufen.
Golf ist eigentlich nicht das, was man erwartet, wenn man zwischen Kochtöpfen, Sonnenliegen, Hüftslips und Guatemala Grande im Tchibo-Shop wühlt. Und trotzdem stand in der ersten Maihälfte ein ausgewachsenes Golfset in den Regalen des Kaffeerösters. Eisen 4 bis Sandwegde, Holz 1, 2, 3 und Putter samt Tasche um 329 Euro. Den Trolley gab es um 54,90 zum Drüberstreuen.
Das Ergebnis habe alle Erwartungen übetroffen, schwärmt Tchibo-Österreich-Geschäftsführer Harald Mayer über den Erfolg des als Pilotprojekt gestarteten Einstiegs ins Golfgeschäft. Absolute Zahlen will Mayer nicht nennen, weil dann "Hofer oder Lidl" abschreiben könnten, aber die Schlägersets seien zu 70, die Trolleys zu 100 Prozent verkauft. Das Zubehör vom Handtuch bis zum Regenanzug sei ebenfalls zur Gänze weg, zieht Mayer zwei Wochen nach dem Start der Aktion Bilanz.
Verkauft wurde in allen 36 Tchibo-Filialen und in 100 ausgewählten Eduscho-Outlets. Dass es sich nur um ein paar Sets gehandelt haben könnte, ist damit ausgeschlossen. Die Konkurrenz schätzt, dass sich Tchibo bis zu einem Drittel des Marktes für Einsteigersets unter den Nagel gerissen haben könnte, der bei rund 3000 Stück pro Jahr liegen dürfte.
Gekauft worden sind die vom Nobelhersteller Callaway für Tchibo gefertigten Clubs weniger von echten Neueinsteigern als von Golf-Eleven, die sich erstmals ein sonst doch wesentlich teureres Set mit Graphitschäften leisten wollten, berichtet Mayer.
Folgeaktion geplant
Jedenfalls will Tchibo im Golfmarkt auch künftig kräftig mitmischen. Möglicherweise noch im Herbst, jedenfalls aber im kommenden Frühjahr soll die Folgeaktion gestartet werden, bei der man im Zubehörbereich komplettieren will. Diesmal wurde beispielsweise kein Handschuh angeboten.
Vor allem aber sollen dann Golf-Packages mit Platzreife-Kurs oder Golf-Urlauben verkauft werden. Derzeit wird mit Golfanbietern verhandelt. Erfahrungen hat Tchibo auf diesem Gebiet bereits in Deutschland gesammelt, wo solche Packages erfolgreich im Repertoire sind und ein eigener Golfplatz zum Tchibo-Angebot gehört.
Mit dem Golfangebot rührt Tchibo nicht zum ersten Mal in einer Branche kräftig um. Immerhin steuert der Handel mit Waren aller Art bereits mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz von rund 400 Millionen Euro in Österreich bei. So ist Tchibo beispielsweise der größte Schmuckhändler Österreichs, eines der großen Hartwarenhäuser und spielt auch im Textilhandel eine nicht unwesentliche Rolle.
Gemäß dem Marketing-Konzept wird jede Woche eine neue Welt angeboten, die vom Garten bis zum Fahrrad, vom gedeckten Tisch bis zu Kinderklamotten reicht. Künftig sollen Dienstleistungen für die ganze Familie die Produktpalette ergänzen und beispielsweise Versicherungen angeboten werden. Im angestammten Kaffegeschäft sind Tchibo und Eduscho mit zusammen 29 Prozent Marktanteil die unumstrittene Nummer eins.

MEDIADATEN
NEWSLETTER
|
BESTELLEN |
ADVERTORIAL
|
Sicherheit am Bau: Aktuelle Tipps und Veranstaltungsreihen
|
Werbung
Werbung



Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben




