20.10.2002
Gesunde Marktnische
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"Gesundheit kann man essen", sagt Leopold Posch. Der Österreicher will den Speisezettel um alte indianische Getreidesorten erweitern.
Nach der Eroberung des amerikanischen Kontinents versuchten die Spanier neben Mais und Kartoffeln auch Amaranth und Quinoa in Europa zu kultivieren, das scheiterte aber aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen. Vor dem beherzten Österreicher Leopold Posch hat niemand mehr versucht, den Pflanzen zu einer Renaissance in Europa zu verhelfen.
Posch hat seine Idee, "dem hochgezüchteten Weizen eine natürliche Alternative" gegenüberzustellen, 1994 in die Tat umgesetzt. In Europa ist er mit dieser Pflanzenzucht seiner Konkurrenz weit voraus, trotz einiger Rückschläge ist er fest entschlossen, seinen Exoten den ihnen gebührenden Platz zu sichern. Beim "New Foods Innovationswettbewerb" 2001 in Hamburg wurden diese Bemühungen honoriert: Poschs Firma "Life-Power" hat für ihre Amaranth und Quinoa-Produktpalette den ersten Platz erhalten. Posch fühlt sich dadurch bestätigt, obwohl das Geschäft aber weiterhin nur schleppend geht. Momentan läuft das Geschäft in Deutschland etwas besser, als in den heimischen Läden, dort sind Konsumenten und Investoren risikofreudiger. "Ich bin von meinem Produkt überzeugt, der Erfolg wird langfristig kommen! Außerdem geben mir meine Mitarbeiter immer wieder Kraft", sagt Posch. Für die Zukunft kann er sich für seine Schützlinge einen Platz an der Seite der herkömmlichen Getreidearten durchaus vorstellen, "das verdient sich das Produkt". Eine 20-prozentige Anreicherung herkömmlicher Getreideprodukte mit Amaranth und Quinoa würde genügen, um den Nährwert entscheidend zu verbessern, der gewohnte Geschmack bliebe erhalten.
In die Arme gespielt hat ihm zuletzt ein wenig die BSE-Krise, sie hat doch etliche Konsumenten dazu bewogen, neben dem Preis auch andere Kriterien in die Kaufentscheidung einfließen zu lassen. In der Herstellung sind die unbehandelten Körner nämlich weit kostspieliger als ihre einheimischen Anverwandten - Weizen bringt den achtfachen Ertrag - die finanzielle Differenz muss Posch irgendwo in seiner Kalkulation unterbringen. Weil heimische Bauern 25 Prozent Alternativkulturen anbauen müssen, Erbsen oder Sonnenblumen aber einen negativen Deckungsbeitrag bringen, fand Posch auch Landwirte, die seine Getreidesorten versuchten. Immerhin zahlt er für Amaranth und Quinoa den Getreidepreis - zusätzlicher Vorteil: die Getreide können mit den in gängigen Maschinen geerntet werden.
Die Körner werden bei Lifepower in normalen Schokoriegel eingebracht, aus dem Mehl werden Brote gebacken oder sogar ein "Quinoa-Leberkäse" hergestellt. Subjektiver Geschmackstest? Herkömmlichen Getreideprodukten gleichwertig, eine kulinarische Innovation wird man allerdings vergeblich erhoffen.
3101 St. Pölten, Postfach 499
E office@life-power.org
www.life-power.org

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