17.12.2002
Rosarote Brille
Der österreichische Brillen-Designer Sigmar Bergauer hat mit der UNICEF ein Charity-Projekt für kriegsgeschädigte Kinder laufen: "Pink View". Bekannte Nasen als Träger seiner Beryll-Brillen bedeuten einen Vorteil.
Die Wirtschaft: Wie kam Ihnen die Idee zu diesem Projekt?
Bergauer: Auslöser waren der 11. September, seine Folgen und meine Tochter Adina, die damals sechs Monate alt war. Wenn Du ein gesundes Baby zu Hause hast, fängst Du an nachzudenken. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, wie ich mit meiner Firma Beryll Eyewear helfen kann. Dann kam mir die Idee des "Pink View". Mit Konzept und Sonnenbrillen-Muster nahm ich Kontakt mit dem UNICEF-Headquarter in New York auf.
Ist es für ein kleines österreichisches Unternehmen schwierig, ein so großes internationales Projekt auf die Beine zu stellen?
Bergauer: Das Projekt stieß auf äußerst positive Resonanz. Nach einigen bürokratischen Hürden unterzeichneten wir Ende Mai dieses Jahres den Kooperationsvertrag. Bei einem guten Projekt ist es egal, ob man ein kleines Unternehmen ist. Beryll hat einen Exportanteil von 96 Prozent und eine internationale Vertriebsstruktur. Dadurch sind wir es gewohnt, weltweit zu agieren.
Was ist Ziel des Projektes?
Bergauer: In den nächsten fünf Jahren mit dem Reinerlös aus dem Verkauf der "Pink View"-Brille UNICEF 5,5 Millionen Euro zu spenden. Das Geld fließt in ein weltweites Education-Programme für kriegsgeschädigte Kinder.
Wie wichtig ist das tatsächliche Produkt bei so einem Projekt?
Bergauer: Design und Qualität des Produktes sind essentiell. Die Zielgruppe von Beryll bzw. der "Pink View"-Brille sind Leute mit Stil, die auf gutes Design und qualitativ hochwertige Materialien Wert legen. Die hochwertigen Gläser sind Sonnenschutz und trendiges Accessoire in der Evening-Wear.
Wie wichtig ist der emotionelle Faktor?
Bergauer: Die "Pink View"-Brille verkörpert den Wunsch nach einer besseren Zukunft für die ärmsten Kinder dieser Welt. Der Slogan lautet: "Give a pink view into a gray world." Damit ist die Brille nicht nur Accessoire, sondern auch Statement für eine bessere Welt. Der Träger setzt mit der Brille ein Zeichen.
Sie haben schon bisher mit Testimonials gearbeitet, welche Erfahrung haben Sie damit gemacht?
Bergauer: Natürlich sind Superstars Opinion Leader und können ein Produkt pushen. Deshalb freue ich mich, wenn Leute wie Robert De Niro, Anastacia oder Steven Tyler von Aerosmith in ihren Videos und privat Brillen von Beryll tragen. Beim "Pink View" Projekt agieren internationale Stars aus der Musik- und Filmwelt, wie Antonio Banderas, Joaquin Cortès und Susan Sarandon als offizielle Werbeträger in Print- und TV-Kampagnen.
Neben dem Charity-Gedanken haben Sie als Unternehmer sicher auch wirtschaftlicher Erwartungen?
Bergauer: Da 100 Prozent des Reinerlöses aus dem Verkauf der "Pink View"-Brille an UNICEF gehen, gibt es keinen direkten Benefit. Aber durch die internationale Kampagne und dem Imagegewinn erzielen wir eine beträchtliche Umwegrentabiltät.
Welchen Tipp geben Sie Unternehmern, die ähnliche Projekte planen?
Bergauer: Sich eine seriöse Organisation zu suchen, wo man mit Sicherheit weiß, wohin das gespendete Geld fließt.

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