11.01.2005
Von RZB bis Telekom Austria

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Gestern noch wichtiger Kunde, heute Eigentümer des schärfsten Konkurrenten - man sollte rechtzueitig wissen, mit wem man es zu tun bekommt, wenn man es mit jemandem zu tun hat. Die vollständige Liste der Fusionen, Megers und Übernahmen und die heißesten Branchengerüchte.
Von Wolfgang Quantschnigg, Geschäftsführer der Unternehmensberatung modern products. Sie erreichen ihn unter (01) 470 23 88 oder Adressat Banken/Versicherungen/Finanzdienstleistungen
Die RZB hat im Konsortium mit der Swissfirst, Matrix Asia Holdings und Ferrell Opportunity 52 Prozent an der indonesischen Lippo Bank für 114 Millionen Euro gekauft. Diese ist mit 379 Filialen das elftgrößte Kreditinstitut des Landes. Die RZB wird sich mit 12,7 Prozent direkt an der Lippo Bank beteiligen, was ca. 28 Millionen ausmacht. Im Moment schreibt die Lippo Bank Verluste und steht damit vor einer Restrukturierungsphase.
Die "DIE ERSTE österreichische Spar-Casse-Anteilsverwaltungssparkasse" (AVS) wurde formwechselnd in eine Privatstiftung umgewandelt. Der Stiftungszweck sieht auch eine qualifizierte Beteiligung an der Erste Bank vor. Der Anteil der AVS an der Erste Bank fiel dadurch von 35,01 Prozent auf 34 Prozent. Die 620.000 Aktien wurden bei institutionellen Investoren in Europa und den USA platziert.Bau/Bauzulieferindustrie
Die zur Schmid Industrieholding gehörende Wopfinger Baustoffgruppe hat in Nordrhein-Westfalen ein Trockenmörtelwerk gekauft. Mit dem Erwerb soll der Ausbau der Produktionskapazitäten vorangetrieben und die logistische Lücke im Norden Deutschlands geschlossen werden. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.Dienstleistungen
Das Software- und IT-Systemhaus Infoniqa kauft LGVsoft, Personaldienstleister aus Salzburg. LGVsoft wird eine 100-prozentige Tochter von Infoniqa, der Firmenname bleibt aber bestehen. Infoniqa bietet Systemlösungen für mittelständische Betriebe. Zu den Kunden zählen u.a. Intersport, Silhouette sowie KTM.Elektronik/Optik/High-Tech
Die Avw Invest hat ihre direkte Beteiligung an Pankl Racing Systems um 5,015 Prozent erhöht. Die AvW Gruppe hält damit 13 Prozent.
Die Victory Industriebeteiligung AG, an der je zur Hälfte Mirko Kovats und die RPR Privatstiftung von Ronny Pecik beteiligt sind, hat ihren Anteil an der VA Tech von 15,03 auf 11,67 Prozent reduziert. Davon wurden rund 500.000 VA Tech Aktien über die Börse verkauft. Der erzielte Gewinn beläuft sich auf mindestens 3,5 Millionen Euro. Damit wird die ÖIAG mit ihrer 15-prozentigen-Beteiligung wieder zum größten Aktionär. Diese soll allerdings bis 2006 ihre Anteile verkaufen.
Die ATB hat von der deutschen Industriegruppe Babcock Borsig die Zustimmung für die Übernahme der Babcock Borsig Espana erhalten. Das Transaktionsvolumen liegt mit 100.000 Euro weit unter den Erwartungen. Im Laufe der kommenden fünf Jahre ist ein Investment von 76 Millionen Euro geplant.Energie/Wasser/Kommunale Leistungen
Die Tochter des Hamburger Ölkonzerns Marquard & Bahls, MABANAFT, wird die verbleibenden 51 Prozent an der Energie Invest übernehmen. Das Unternehmen war vor vier Jahren als Joint Venture zwischen der Haustechnik-Gruppe Krobath und der Immobiliengesellschaft Viterra Contracting gegründet worden. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.Handel/E-Commerce
Der Schweizer Konzern Phonak (100-Prozent-Eigentümer der Salzburger Hörgeräte-Kette Hansaton) kauft den Konkurrenten Viennatone und steigt mit 35 Prozent Marktanteil zum Marktführer auf. Neuroth und Hartlauer bleiben jedoch ernst zu nehmende Konkurrenten. Veräußerer ist die italienische Amplifon S.p.A., die aus der Transaktion vier Millionen Euro erlöst. Die Zustimmung der Kartellbehörde liegt bereits vor.
Die Petr Rodinov Sr aus Tschechien hat die österreichische Solstar Brillenmode für 3,5 Millionen Euro gekauft.
Die österreichische Hornstein Glastextil hat den 50-prozentigen Kommanditanteil der Interglas Technologies AG an der deutschen Interglas HGT Trading erworben. Die Herstellung der Glasgewebewandbeläge erfolgt weiterhin bei der P-D INTERGLAS TECHNOLOGIES S.a.r.l. in Frankreich.Immobilien/Hotels
Die Immofinanz hat ihr bisher größtes Immobilieninvestment auf dem deutschen Markt getätigt. Die regionale Tochter, Regionalholding Immowest, erwarb vier Objekte mit einer gesamten Nutzfläche von rund 60.000 m2. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei mehr als 80 Millionen Euro. Alle Objekte wurden zu 100 Prozent erworben.
Der Öl- und Gaskonzern OMV hat Anfang Jänner sein Headquarter am Wiener Otto-Wagner-Platz sowie ein weiteres großes Bürogebäude in Wien-Floridsdorf an die Sparkassen Immobilien AG verkauft. Gleichzeitig hat die OMV einen langfristigen Mietvertrag für die beiden Gebäude mit ihren 21.000 m2 Nutzfläche abgeschlossen.
Die Statistik Austria übersiedelt in das neu errichtete Bürohaus Office Campus Gasometer. Dieser erste von insgesamt drei Bauteilen wurde von der Gewerkschaft der Privatangestellten um 50 Millionen Euro gekauft. Veräußerer ist der Europa Fund, ein in London gemanagter Fond. Als Käufer tritt die Kleingasse GmbH auf, die der GPA-Privatstiftung angehört. Das bisherige Gebäude der SA gehört der BIG, die das Haus nun generalsaniert.
Die Eco Invest Immobilien AG hat den Wiener Business Park Campus 21 Wien Süd von den Versicherungsunternehmen Wiener Städtische, Donau Allgemeine Versicherung und Union Versicherung für 31,5 Millionen Euro übernommen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Veräusserer des Campus 21 bei der Eco Invest als Aktionäre einsteigen.
Die deutsche Fritsch & Co. Gewerbeimmobilien vermittelte an die WestInvest Düsseldorf das Intersport Eybl Kaufhaus in der Mariahilferstraße. Die Gesamtnutzfläche beträgt rund 9.144 m2.IT/IT-Handel
Der österreichische IT-Spezialist diamond dogs web consulting hat sich mehrheitlich (51 Prozent) an der Ideal communications Mediendienstleistungs GmbH beteiligt. Das neue Gruppenmitglied der diamond:dogs Unternehmensgruppe gehört zu den Internetpionieren in Österreich und hat Projekte für die BAWAG PSK Gruppe, Compaq, Hewlett Packard, Kapsch, Microsoft abgewickelt.
Der REB Fonds hat 100 Prozent des Elektronikhändlers Niedermeyer erworben. Die Kartellbehörden müssen noch ihre Zustimmung abgeben. Erhard Grossnigg wird gewisse Änderungen am Unternehmen vornehmen, einige Filialen werden wahrscheinlich geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 5 Millionen Euro.Kunststoffverarbeitung/Chemie
Das österreichische Chemieunternehmen Chemson hat den deutschen Branchennachbarn Allstab übernommen. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Allstab betreibt vier Produktionsstandorte in den Niederlanden und Deutschland. Mit der Übernahme könnte Chemson zu den Marktführern aufsteigen.Lebensmittel
Das Pflichtangebot des niederländischen Brauriesen Heineken an den Streubesitz der BBAG und deren Tochtergesellschaft Brau Union ist erfolgreich abgelaufen. Heineken hält damit 98,73 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals der BBAG, bei der Brau Union sind es 98,70 Prozent. Das Streubesitzangebot wird demnach als fair und attraktiv bezeichnet.Logistik/Transport
Die Cross Holding hat ihre Beteiligung an der Rosenbauer International, weltweit größter Exporteur von Feuerwehrfahrzeugen mit Standort Leonding (Oberösterreich), auf über 15 Prozent erhöht.
Die Wiener Städtische Allgemeine Versicherung AG hat ihren Anteil an der Semperit AG Holding von 12,44 auf mehr als 20 Prozent erhöht. Mehrheitsaktionär der Semperit ist und bleibt mit 50 Prozent die B&C Holding.Maschinenbau
Steyr-Daimler-Puch hat an dem slowenischen Maschinenbau- und Teilehersteller Sistemska Tehnika 29 Prozent erworben.Metallverarbeitung
Der Schweinfurter Konzern FAG Kugelfischer übernimmt 100 Prozent eines Joint Ventures in China. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Werk in Yinchuan ist auf die Fertigung von Kegelrollenlager für gebrauchte Eisenbahnlager spezialisiert, was sich mit der Kernkompetenz der österreichischen Tochtergesellschaft FAG Austria deckt. Langfristiges Ziel von FAG ist es, in China Marktführer zu werden.Pharma/Medizintechnik
Borregaard, Teil der schwedischen LignoTech Gruppe, hat 100 Prozent an der österreichischen Biotech von der Arbor Vitae Privatstiftung erworben. Diese Akquisition ermöglicht Borregaard, durch Biotechs etabliertes Verkaufs- und Marketingnetzwerk in Zentral- und Osteuropa Fuß zu fassen.
Intercell, ein internationales Impfstoffunternehmen mit Sitz in Wien, gab den Abschluss der dritten, privaten Finanzierungsrunde über 43,5 Millionen Euro bekannt. In dieser größten Eigenkapitalrunde der Biotech-Industrie in Europa seit 24 Monaten konnte in einer zweiten Platzierung durch MPM Capital ein Investment von 13,5 Millionen Euro erzielt werden. Intercell AG ist damit Europas erstes Biotech Unternehmen, das mehr als 100 Millionen USD privates Risikokapital für sich gewinnen konnte.Telekommunikation
Die Telecom Italia, seit 1998 Miteigentümerin der Telekom Austria, hat ihre restlichen 14,78 Prozent (73,9 Millionen Aktien) zu 10,55 Euro je Stück verkauft. Der Verkaufserlös beträgt damit 780 Millionen Euro. Der Verkauf erfolgte über eine Privatplatzierung an institutionelle Anleger, vorrangig Banken. Mit der Transaktion steigt der Streubesitz der Telekom Austria auf 52,8 Prozent. Die ÖIAG hält weiterhin 47,2 Prozent.
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DIE WIRTSCHAFT
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