11.10.2002
Chello mit Flügerl
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Mit Flat Fee und Breitband will Chello nach österreichischen ungarische und polnische Privatanwender ins Internet lotsen.
von HEINRICH MATHIS
Die Kooperation zwischen Chello und UPC-Telekabel läuft so ähnlich wie bei Red Bull und dem Lebensmittelhandel: "Wir liefern die Ware, die UPC in die Regale füllt", sagt Michaela Adami-Schrott, bei Chello für das Marketing in Österreich und in den Reformstaaten zuständig.
Der Vergleich ist auch aus anderer Sicht zulässig. Immerhin will Chello als Breitbandanbieter dem Internet-User das Fliegen ermöglichen, und das zu fairen Preisen, wie Adami-Schrott die Politik der Flat Fee erklärt. Surfen ohne Download-Beschränkung, zumindest solange das ganze privat oder für das Kleinbüro genützt wird. "Wenn jemand gewerbsmäßig Inhalte herunter lädt und verkauft, entspricht das nicht mehr unseren Vorstellungen vom Fair Use. Aber das kommt kaum vor". Chello liefert den Inhalt und UPC verkauft das Paket: Telefonie, Breitband, was immer an Kommunikation gewünscht wird. Das kommt billiger.
Service West
Nach anfänglichen Schwierigkeiten sieht Adami-Schrott die technischen Probleme gelöst. "Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren dabei, einen Totalausfall hat es in dieser Zeit nicht gegeben." Der Anbieter hat aber aus den Erfahrungen der Anlaufzeit gelernt. "Wenn jetzt etwas passiert, bekommen unsere User eine SMS: Das System ist so und solange gestört. Wir gehen solche Dinge offensiv an."
Die Kunden haben das offensichtlich honoriert. Rund 170.000 sind es derzeit, mit steigender Tendenz vor allem im privaten Bereich. Die Kosten liegen bei 49 bis 69 Euro pro Monat, plus 50 Euro Installationsgebühr. Nicht zu viel scheinbar, angesichts der Möglichkeiten, Bilder, MP3-Files und Videos downzuloaden oder zu versenden. Die Anwendung hat sich vom Büro ins Wohnzimmer verlagert, erzählt die Vorarlbergerin, die ihren Mann persönlich nur am Wochenende sieht, werktags aber schon einmal per Webcam gefragt wird, ob die gewählte Krawatte auch zum Anzug passt.
Wachstum Ost
Künftig noch mehr Freude machen der Marketingchefin die Märkte in Ungarn und Polen. In Ungarn hat Chello zwar erst 17.000 Kunden, aber "das ist der am schnellsten wachsende Internetmarkt in Europa".
Ungarn ist zwar noch "zwei Jahre hinter Österreich, holt aber rasant auf". Derzeit sind zehn bis fünfzehn Prozent der ungarischen Haushalte online, in Österreich sind es zum Vergleich 42 Prozent. Ganz ähnlich die Situation in Polen: Internet ist nur in den Ballungsgebieten verfügbar, erst zehn Prozent der Haushalte haben einen Anschluss, 9900 davon sind Chello-Kunden - ein ungeheures Potential.

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