Nachhaltigkeit zählt – auch beim Bier | Die Wirtschaft Direkt zum Inhalt
Conrad Seidl (l.) und Brau-Union-Österreich-Chef Markus Liebl bei der Präsentation des Bierkulturberichts 2016 in Wien.

Nachhaltigkeit zählt – auch beim Bier

14.12.2016

Nachhaltigkeit, Tendenz zu alkoholfreiem Bier, Regionalität, Informationsdurst: Das sind die aktuellen Trends, die der neue Bierkulturbericht der Brau Union ortet

Immer mehr Konsumenten und somit Gäste interessieren sich dafür, ob produzierende Unternehmen verantwortungsvoll handeln und wirtschaften. Das gilt auch für Brauereien. Ob Lebensmittel wie Bier ökologisch unbedenklich sind oder nicht, hat heute Einfluss darauf, ob jemand zu diesem oder jenem Bier greift. Das ist eine der Erkenntnisse, die der neue Bierkulturbericht der Brau Union zutage fördert. Beeindruckend: Mittlerweile sei laut Erhebung der market-Meinungsforscher, die für den Bierkulturbericht 2016 insgesamt 600 Personen befragt hatten, „für drei Viertel der Österreicher nachhaltig gebrautes Bier wichtig“, so Brau-Union-Chef Markus Liebl bei der Präsentation des Bierkulturberichts.

Zum Geschmack bekennen

Bier wird nach wie vor als „sehr wichtig“ für Österreichs Getränkekultur wahrgenommen. Da spielt die Tatsache, dass sich das Image des Kulturgetränks weiter verbessert hat, eine wichtige Rolle. Weitere, naheliegende Erkenntnis: Österreicher bevorzugen Bier aus ihrer Heimat. Zudem steigt die Verbreitung und Akzeptanz von alkoholfreiem Bier, immer wichtiger wird dabei der „Genussaspekt“, die Lust auf Biergeschmack, die auch mit alkoholfreiem Bier gestillt werde, betont „Bierpapst“ Conrad Seidl, der gemeinsam mit Markus Liebl den Bierkulturbericht präsentiert hat: „Alkoholfreie Biere werden immer besser, die Rezepturen ändern sich, Gäste bekennen sich zum Geschmack“, sagt Seidl. Die Verbreitung und Akzeptanz von alkoholfreiem Bier steigt: 19 Prozent der Österreicher bekennen sich explizit zu alkoholfreiem Bier, Frauen (22 %) und Südösterreicher (31 %) sprechen ihm überdurchschnittlich zu. Der Umfrage zufolge spielen auch Radler bei den Trinkgewohnheiten eine Rolle: Sie erfreuen sich bei 48 Prozent der Österreicher „großer Beliebtheit“. Auch hier sind Frauen (55 %) und 18- bis 29-Jährige (72 %) überrepräsentiert.

 
Die Akzeptanz für Bier steigt: Mehr Österreicher denn je finden, dass sich das Image des Getränks verbessert hat – 42 Prozent sind davon überzeugt, dass sich das Image von Bier in den letzten zehn Jahren verbessert hat. Auch der Konsum der Vizeweltmeister-Biernation Österreich ist stabil, die Österreicher bevorzugen – wie oben erwähnt – Bier aus ihrer Heimat. „Bier aus der Heimat“ bedeutet auch, dass Rohstoffe aus Österreich kommen. Liebl: „Beim Hopfen sind wir fast autark, beinahe alles, was wir an Hopfen benötigen, kommt aus Österreich.“ Dass die Brauerei Göss zur Gänze CO2-neutral braut, ist in Sachen Nachhaltigkeit das Tüpfelchen auf dem i. In diesem Zusammenhang ist es verständlich, dass der Informationsdurst steigt: 55 Prozent der 18- bis 29-Jährigen geben an, dass sie mehr Informationen rund um Biertypen wünschen.

Autor:
Alexander Grübling
Original erschienen am 14.12.2016: Gast.
Werbung
Werbung