IREDS 135223:Weil alles schiefgeht | Die Wirtschaft Direkt zum Inhalt

Weil alles schiefgeht

11.12.2015

Ein leichtes Knacksen und Scheppern. Zuerst bemerkt man es kaum, doch man kann sicher sein: Es wird garantiert schlimmer. Bei jedem Mugel, über den man fährt, bei jedem Schlagloch, zum Schluss auch im Leerlauf. Irgendein Teil hat sich im Auto gelockert, vielleicht ist es zerbrochen und macht sich jetzt akustisch bemerkbar.

Nur wo es steckt und warum es gerade jetzt den Geist aufgeben muss, weiß niemand so genau. Man selbst wird nichts finden können, wie zum Hohn wird sich der Störenfried verbergen, wenn der Mechaniker nachsieht, und garantiert wird die Sache in einen schweineteuren Motorschaden münden – und zwar exakt an dem
Tag, da sich auch die Heizkostennachzahlung in der Post findet.

Wer nun mit dem Schicksal hadert und nach dem Warum fragt, kann sich mit Murphy’s Law einen anerkannten Erklärungsansatz liefern. Der lautet in etwa so: „Alles, was schiefgehen kann, geht auch tatsächlich schief.“ Diese Erklärung hilft nun zwar in der Situation kein bisschen weiter, doch was soll’s. Shit happens!

Da nun schon einmal nichts ewig hält, liegt es irgendwie nur nahe, aus dem Problem eine Tugend oder überhaupt gleich ein Geschäftsmodell zu machen. Tatsächlich tun das immer mehr Unternehmen. Recycling und Upcycling entsprechen schließlich den Wünschen einer wachsenden Konsumentenschicht und auch den Anforderungen der Ökologie. Wie der Trend zu lebenserhaltenden

Maßnahmen für unsere Produkte in der Praxis aussehen kann, zeigt unsere Coverstory dieser Ausgabe. Fraglos lässt sich nicht jedes Business entsprechend umstellen. Als Konsumenten haben wir es aber alle in der Hand. Und wenn dieser Tage der Weihnachtsshopping-Marathon anbricht, lohnt sich die Frage nach der Recyclingfähigkeit und auch nach der Reparierbarkeit bei der Geschenkauswahl bestimmt. Dann ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn irgendwann doch wieder alles schiefgeht, was schiefgehen kann.

Ein frohes Fest wünscht

Stephan Strzyzowski, Chefredakteur

Autor:
Redaktion.DieWirtschaft
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