Stadt der Zukunft | Die Wirtschaft Direkt zum Inhalt

Stadt der Zukunft

15.06.2012

Um den künftigen wirtschaftlichen sowie ökologischen Herausforderungen zu entsprechen, müssen Städte zu „Smart Cities“ werden. Die WIRTSCHAFT hat Trends und Geschäftschancen zusammengefasst.

Text: Daniel Nutz

 Bei der Recherche war uns Theresia Vogel,  Geschäftsführerin des Klima- und  Energiefonds behilflich.

Energiesparende Bauten

Um von Kernenergie und fossilen Trägern loszukommen, muss künftig ein möglichst hoher Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen innerhalb der Stadt generiert werden. Dies kann nur geschehen, indem möglichst viele Gebäude zu Minikraftwerken werden. Sprich, Häuser müssen künftig mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Dieser Paradigmenwechsel kann nur mit der rapiden Forcierung alternativer Technologien erfolgen: Windräder am Dach, Fotovoltaik an den Fassaden und Wärmepumpen im Keller. Daneben muss aber auch ein möglichst niedriger Energieverbrauch zum Planungskriterium bei Gebäuden werden. Die Interaktion der Häuser mit Energiesystemen wird in den Vordergrund rücken, um alle Potenziale zu erschließen.

Vernetzte Maschinen

Eine intelligente Vernetzung von Menschen mit dienstleistenden Maschinen wird den Alltag erleichtern und energieeffizienter gestalten. Die Heizung wird künftig etwa automatisch und ohne menschliches Zutun mit der Wetterstation kommunizieren. M2M-Kommunikation heißt dieser Trend, der im Moment noch in den Kinderschuhen steckt.

Neue Geschäftschancen

Die Transformation in „Smart Cities“ betrifft unterschiedliche Geschäftsfelder, angefangen von Verkehr über Stadtplanung und Architektur bis zur  Energieversorgung. Primäre Profiteure sind all jene Branchen, die unmittelbar am Wandlungsprozess der urbanen Systeme teilhaben: Stadtplanung, Architektur, Bauindustrie, Telematikunternehmen, aber auch die klassischen Energieversorger und Netzbetreiber sind gefragt. Nicht zuletzt wird die Kommunikationstechnik eine zentrale Rolle spielen.

Innovative Mobilitätskonzepte

Eine steigende Bevölkerungsdichte sowie die Notwendigkeit von Schadstoffreduktion und Ressourcenschonung erfordern eine Abkehr vom derzeitigen Verkehrskonzept. Der tägliche Stau zur Rushhour dürfte bald Vergangenheit sein. Der Individualverkehr soll nämlich durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes in Verbindung mit Konzepten wie etwa Carsharing oder Park & Ride ersetzt werden. Der zukünftige Stadtbürger kauft sich also kein Auto, sondern Mobilität. Der Individualverkehr mit Auto oder Motorrad wird vordergründig elektrisch erfolgen.

 

Starke Energienetze

Für die Vernetzung von Stromerzeugern, Speichermöglichkeiten und Energieverbrauchern und zur Steigerung der Energieeffizienz spielen intelligente Netze – sogenannte Smart Grids – die zentrale Rolle. Die Herausforderung: Die Energienetze für das Jahr 2050 müssen bereits heute konzipiert und finanziert werden. In Zeiten internationaler Finanzkrisen ist vor allem Letzteres der entscheidende Faktor, wenn es um die nachhaltige Zukunftsgestaltung geht. Hier gilt es, keine Zeit zu verlieren, denn laut Studien sind effiziente Energiesysteme und eine funktionierende Infrastruktur entscheidende Standortfaktoren im weltweiten Wettkampf der Städte.

 

Bevölkerungswachstum

Vergessen Sie mein Geschwätz von gestern, würde heute Bill Gates sagen. Anders als der Microsoft-Gründer einst vorhersagte, werden Menschen nämlich mehr denn je ihren Arbeitsplatz und auch ihren Lebensraum in Großstädten suchen. Studien prophezeien: 2050 werden bereits 70 Prozent der Menschen in Metropolen leben. Herausforderungen wie Luftverschmutzung, Staus und hohe Energiekosten müssen gelöst werden, um gleichzeitig die urbane Lebensqualität zu leistbaren Konditionen zu sichern.

 

 

 

 

Werbung

Weiterführende Themen

Interview
14.09.2011

Heute steckt die Elektromobilität noch in den Kinderschuhen. Doch in 40 Jahren wird sie ein selbstverständlicher Teil des Alltags geworden sein. Wir haben eine Zeitreise gewagt und Guillaume de ...

Werbung