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Patentamt-Präsidentin Mariana Karepova ...

Klare Worte: Innovation

08.03.2017

Seit 2015 leitet Mariana Karepova das Österreichische Patentamt als Präsidentin. Wie gut sich die Alpenrepublik im europäischen Vergleich schlägt, und wo es Handlungsbedarf gibt? Wir haben nachgefragt.

Österreich: Eine gute Location für Erfinder? 

Definitiv ja! In Österreich wird viel erforscht und viel in Forschung und Entwicklung investiert. Letztes Jahr waren es 10,7 Milliarden Euro. Hier entsteht vieles, was weiter in die Welt getragen wird. 70 % der österreichischen Patente werden internationalisiert. Aus jedem unserer Patente werden durchschnittlich zwei im Ausland. 

Wie Patente schützen? 

Wichtig ist, dass Innovationen nicht verpuffen und dass Know-how bei uns bleibt. Essenziell dabei: der passende gewerbliche Rechtsschutz. Besonders kleine Unternehmen und die vielen Start-ups wissen noch zu wenig darüber. Sie müssen erst an das Intellectual Property-System herangeführt werden. 2016 haben wir deshalb eine Reihe von leicht zugänglichen Dienstleistungen gestartet, wie zum Beispiel den Patent Scheck – ein Kooperationsprogramm mit der Forschungsförderungsgesellschaft. Er inkludiert unter anderem eine gemeinsame Recherche mit einem Expertenteam des Patentamtes. Die Patentierbarkeit einer Erfindung kann so rasch und effizient festgestellt werden. 

Der internationale Vergleich? 

Wir stehen gut da. Ein Indikator für die Innovationskraft eines Landes ist die Zahl der Patentanmeldungen. Da schneidet Österreich gut ab. Im European Innovation Scoreboard, dem Innovationsanzeiger der EU, ist die Zahl der Patente jedoch nur ein Faktor von vielen. Hier liegt Österreich 2016 auf Platz 10 und somit in der Gruppe der Strong Innovators. Das ist eine Platzierung vor Frankreich und über dem EU-Durchschnitt. Zwar ein guter Platz, aber wir wollen in die Top 5 – zu den Innovation Leaders. Zur Zeit auf Platz eins: Schweden. Gefolgt von Dänemark, Finnland, Deutschland und den Niederlanden.

Ausreichend Förderungen für F&E? 

Jeder Euro, der in angewandte Forschungsprojekte fließt, bringt zehn Euro zusätzlichen Umsatz und schafft tatsächlich neue Arbeitsplätze. Das kann man aber sicher nicht unendlich steigern. Deshalb ist es unser Ziel, die bestehenden Förderungen rund um Intellectual Property überschaubar darzustellen. Alle sollen auch ohne Expertenwissen Zugang zu den Förderungen haben. Wichtig ist dabei, dass das Geld sowie die anderen Förderleistungen bei den richtigen Projekten ankommen. Wir unternehmen dafür auch Anstrengungen in unserem Haus – gemeinsam mit Partnern. 

Ihre Hoffnungsträger? 

Wir verfolgen sehr aufmerksam einige dynamische Entwicklungen, wie die Start-up-Szene. Sie bringen Innovationen – technischer, wirtschaftlicher aber auch sozialer Natur. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklungen mit unseren Mitteln aktiv zu unterstützen. Aus unserem Haus wird in Zukunft noch einiges kommen.

Autor:
Redaktion.DieWirtschaft
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